Grüne Zeiten in Münster-Südost


…und noch ein Leserbrief zur Anti-WLE-BI by Reiner Borchert
11. Juni 2019, 23:39
Filed under: Allgemein

Dieser Leserbrief erschien in gekürzter Fassung Ende März 2019 in den Westfälischen Nachrichten. Hier ist er in voller Länge:

Was wollen die Gegner der WLE-Reaktivierung eigentlich?

Die im aktuellen Gutachten zur Wirtschaftlichkeit der Reaktivierung der WLE neuen Fahrgastzahlen werden von Gegner der WLE als Zaubertrick bezeichnet. Über jährlich steigende Fahrgastzahlen bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmitteln sollte eigentlich jeder Bescheid wissen. Das dies dann in aktuelle Gutachten einfließt ist richtig und keine Zauberei!
Allgemeinverantwortliche Verkehrsplanung kann nicht nur die Interessen der Anwohner einer Schienentrasse, die nie stillgelegt wurde, berücksichtigen. Denn jeden Tag leiden Anwohner auch in MS-Südost unter Lärm und Gestank an den verstopften Straßen.
Auf großen Plakatwänden wird mit hässlichen Lärmschutzwänden Stimmung gegen die WLE gemacht. Auf der anderen Seite wird dem Gutachten in einem Leserbrief wiederum vorgeworfen, dass man auf Lärmschutzwände zu Lasten der Anwohner in bestehenden Wohngebieten verzichten will. – Was denn nun?
Finger weg von Linie 8! Damit wird schon lange versucht, die Reaktivierung der WLE ad
absurdum zu führen. Dass das Gutachten angesichts neuester Entwicklungen in Münster und Umland jetzt zu der Bewertung kommt, dass WLE UND Linie 8 wirtschaftlich sind, ist nun aus Sicht der Reaktivierungsgegner auch wieder nicht richtig.
Wenn einzelne Anwohner an der WLE-Trasse gegen eine ausgewogene Verkehrsplanung wettern, sollte sich jeder fragen, welche Eigeninteressen wohl dahinter stecken mögen. In einem Punkt sollten aber WLE Gegner und –Befürworter gemeinsam an einem Strang ziehen:
Dieselzüge haben auf der WLE-Strecke nichts zu suchen!

Andreas Gottschalk
Woermannweg 7a
48167 Münster

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Bürgerinitiative entdeckt den Klimaschutz by Reiner Borchert
28. April 2019, 17:44
Filed under: Schienenverkehr
BI für Klimaschutz
„Wahlplakat“ am Brandhoveweg

Der Kampf um die WLE-Reaktivierung nimmt eine neue Wendung: die Bürgerinitiative hat entdeckt, dass Dieselloks CO2 produzieren!

Den Anwohnern der Bahnstrecke (aus denen die BI im Wesentlichen besteht) kann man da nur zustimmen. Deshalb wird auch voraussichtlich keine Dieseltechnik zu Einsatz kommen.

Die „altbewährte Dieseltechnologie“ war bis vor kurzem Stand der Technik, und Diesel wurde für umweltfreundlich gehalten. Inzwischen ist hoffentlich allen klar geworden, dass jeder Antrieb, der auf der Verbrennung fossiler Stoffe beruht, den Klimawandel anheizt (und nebenbei Feinstaub u.a. freisetzt).

Die Idee, die WLE-Strecke für den Personenverkehr zu reaktivieren, ist allerdings viel älter als diese Erkenntnis. Deshalb ist in vielen Unterlagen noch von Dieselantrieb die Rede – es gab einfach nichts besseres, wenn die Strecke nicht elektrifiziert ist.

Inzwischen tut sich aber sehr viel: neue Antriebstechniken sind in der Erprobung oder schon serienreif (z.B. Brennstoffzellen, Elektroantrieb mit Akkus). Bis die ersten WLE-Züge fahren, sind wir da sicher noch einige Schritte weiter. Nicht nur wir als GRÜNE, auch der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) will dann unbedingt die neueste und umweltfreundlichste Technik einsetzten.

Die Bürgerinitiative meint mit dem Thema „Klimaschutz“ ein Argument gegen die Bahn gefunden zu haben. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich diese Kampagne als Eigentor: selbst mit Dieseltechnik wird mehr CO2 durch den Bahnverkehr eingespart als erzeugt, denn die Bahn ersetzt viele Fahrten mit dem Pkw, der ja auch nicht dafür bekannt ist, Frischluft zu produzieren. Unterm Strich ist die Reaktivierung der Bahn ein echter Gewinn fürs Klima, und nicht nur dafür: Münster droht sonst im Dauerstau zu versinken!



Leserbrief zur WLE-Diskussion by Reiner Borchert
17. Januar 2019, 00:46
Filed under: Schienenverkehr, Verkehrspolitik

Etwas Sachlichkeit tut dem Thema gut. Fakt ist, dass die WLE Dieselloks nur vor Güterzügen einsetzt. Für Personenverkehr sind Triebwagen , d.h. Fahrzeuge mit eigenem Antrieb, geplant. Welcher Antrieb das sein wird, hängt von der Entwicklung der dt. Schienenfahrzeugindustrie ab. Unstrittig ist aber, dass die Klimabilanz eines Triebwagens für ca. 220 Personen mit aktuellem Antriebsformen oder alternativen, wesentlich besser ist der heutige Bus und alternativ der Individualverkehr. Kritiker sollten sich einmal die Verkehrsprognose des Amtes für Stadtplanung für das Jahr 2025 für den Bereich Wolbeck , Angelmodde besorgen. Hier ist eine Zunahme im Bereich Berler Kamp/ Am Angelkamp von 40 % prognostiziert. Wer gegen 4 Zugfahrten in der Stunde hinter seinem Gartenzaun ist, nimmt mehrere hundert PKW-Fahrten vor seinem Küchenfenster in Kauf.
Die Schaffung von Verkehrsinfrastruktur ist die originäre Aufgabe des Staates, dafür zahlen wir Steuern. Dabei ist es egal, ob es sich um Straßen, Wasserstraßen oder Schienenwege handelt. Somit ist die Investition keine Steuerverschwendung, sondern eine von vielen Investitionen des Bundes in den öffentlichen Personennahverkehr.Die Forderung nach einem Bürgerentscheid ist unbegründet, da unsere Demokratie mit gewählten Volksvertretern funktioniert und, bis auf eine Partei, alle Parteien diese Reaktivierung anstreben. Dieses war den jeweiligen Parteiprogrammen der letzten 3 Kommunalwahlen zu entnehmen. Die WLE als Eigentümerin der Trasse hat im November, zusammen mit Vertretern der Stadtwerke, der Stadt Münster und der RVM beim Bürgerinformationsmarkt umfassend informiert. Sogar Andersdenkenden gab man Raum zur Präsentation, mehr Transparenz geht nicht. Eine Demokratie lebt von der Konsensfindung, diese scheint mir aber bei den Meinungsgegnern nicht im Ansatz ausgeprägt zu sein, man macht lieber mit wenig stichhaltigen Argumenten und Ideen weiterhin Stimmung dagegen.Schade eigentlich, denn von Entscheidungen zugunsten des Allgemeinwohls profitiert nun mal die große Mehrheit in unserem Lande.

Matthias Forthaus, Wolbeck

Dieser Leserbrief erschien in gekürzter Fassung Anfang des Jahres in WN und MZ. Herr Forthaus hat ihn uns in der Komplett-Version als Gastbeitrag zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank!



Presseerklärung zur WLE-Reaktivierung by Reiner Borchert
25. November 2018, 15:30
Filed under: Angelmodde, Gremmendorf, Schienenverkehr, Wolbeck

Am Donnerstag den 22.11.2018 haben die „Westfälischen Nachrichten“ in der Lokalausgabe Wolbeck/Angelmodde unsere Presseerkärung veröffentlicht:

Die Zeitungsredaktion hat allerdings etwas unsauber formuliert: der „Vorwurf  an die GAL“ im vorletzten Satz geht natürlich an die BI, nicht an uns selbst. Der Satz muss heißen „(…) so der Vorwurf der GAL“. Hätten wir fast übersehen…



WLE-Reaktivierung lässt Bürgerinitiative weiterhin durchdrehen! by Reiner Borchert
13. November 2018, 16:58
Filed under: Angelmodde, Gremmendorf, Schienenverkehr, Wolbeck

Anlässlich einer Infoveranstaltung zur WLE, die am 15. November 2018 im Schulzentrum Wolbeck stattfinden soll, ist die sattsam bekannte Bürgerinitiative gegen die Reaktivierung wieder zur Höchstform aufgelaufen und macht mit einem Flyer auf ebendiese Veranstaltung aufmerksam.

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Eine ansprechend gestaltete Werbung für die WLE. Man beachte die kreative Bildbearbeitung.

Wie schon in der Vergangenheit erfindet und verdreht die BI „Fakten“ so, dass sie zu ihrem Ziel passen, nämlich die WLE-Reaktivierung auf jeden Fall zu verhindern. Diese Methode ist zwar derzeit sehr in Mode geraten, disqualifiziert aus unserer Sicht allerdings die BI als ernstzunehmende Diskussionsteilnehmer.

Die im Flyer aufgezählten „Argumente“ entpuppen sich schnell als interessengetriebenes, selektives Aufbauschen und Erfinden von „Nachteilen“:

  • „2 Buslinien werden geopfert“: welche?
  • „Linie 8 (wird) verstümmelt“: Die Linie 8 wird den neuen Möglichkeiten angepasst, wenn die WLE fährt. Es ergeben sich ganz neue Möglichkeiten des Zusammenwirkens von Bus und Bahn, die sich ergänzen und gegenseitig unterstützen. Die Linie 8 wird weiterhin gebraucht!
  • „8 statt 63 Haltestellen, Entfernung … bis 1,5 km“: 8 Haltestellen der Bahn gegen 63 Haltestellen der Linie 8 ? Panikmache!
  • „Mehrfaches Umsteigen zw. Bus u. Bahn erforderlich“: Die Möglichkeiten des ÖPNV werden durch die Bahn zunehmen, und wenn eine Kombination aus Bus und Bahn die beste Verbindung darstellt, steigt man eben um. Das macht man auch jetzt schon, wenn man die Buslinie wechselt. Die Buslinie 8 wird es aber auch weiterhin ermöglichen, ohne Umsteigen von Wolbeck nach Münster zu fahren.
  • „Einsatz von Dieselloks trotz drohenden Fahrverboten“: Die Planungen zur Reaktivierung sind zum Teil schon 10 – 20 Jahre alt. Damals waren Diselloks Stand der Technik bei nicht elektrifizierten Strecken. Inzwischen sind neue Antriebstechniken wie Brennstoffzellen/Wasserstoff oder elektrische Akkus erprobt und einsetzbar. Und die werden zum Einsatz kommen!
  • „Kein Park & Ride Konzept“: nur weil noch kein fertiges Konzept vorliegt, heißt das nicht, dass es keins geben wird. Die Bahn wird frühestens in 5 Jahren fahren.
  • „Mit 80km/h durch die Siedlungen, wo 30km/h gilt“: man könnte meinen, die BI ist neidisch auf die „privilegierte“ Bahn, während ihre Autos „nur“ 30 fahren dürfen. Natürlich fährt die Bahn nicht „durch Siedlungen“, sondern auf ihrer seit Jahrzehnten vorhandenen Trasse. Sowas ist normal und kann z.B. in Mauritz an der Strecke nach Warendorf besichtigt werden!
  • „Sparvariante Schallschutz“: neue technische Entwicklungen führen dazu, dass die Züge künftig leiser fahren als bisher. Statt sich zu freuen, dass hohe Lärmschutzwände nicht erforderlich sind (die sie ja auch nicht wollen), werden die neuen Möglichkeiten als „Sparvariante“ hingestellt.
  • „100 x pro Tag Rückstau an Schranken in Wolbeck und Gremmendorf“: dieser Satz illustriert einmal mehr die Autofahrerbrille der BI! Ziel der Reaktivierung ist die Reduktion des Autoverkehrs, denn unsere Straßen sind schon jetzt regelmäßig verstopft. Und die Staus kommen nicht von zu viel Bahn, sondern zu vielen Autos.  Die Schließzeiten der Schranken sind zu kurz, um von sich aus nennenswerte Staus hervorzurufen. Wenn das doch passiert, ist die Verkehrsbelastung ohnehin schon am „Anschlag“. Darum wollen wir ja die WLE (s.o.).
  • „Und dafür über 40 Millionen Ihrer Steuergelder?“: ja, die Verkehrsinfrastruktur kostet. Im Straßenbau verschwinden deutlich mehr Millionen als im Ausbau des Bahnnetzes. Darüber regt sich die BI nicht auf. Die WLE-Strecke ist bereits vorhanden, muss nur erneuert werden. Es wäre grob fahrlässig, diese günstigen Gegebenheiten nicht zu nutzen, um den in Münster drohenden Verkehrsinfarkt abzuwenden. So billig kommen wir nie wieder an eine neue S-Bahn-Linie!

Unsere Empfehlung: Folgen Sie der „Einladung“ der BI und gehen Sie zur Informationsveranstaltung der WLE! Machen Sie sich selbst ein Bild und prüfen Sie die Aussagen der BI auf Wahrheitsgehalt und Plausibilität!



by Dirk Wimmer

Neue Grundschule in Wolbeck Nord nimmt weitere Hürde

Mit der Zustimmung der Mitglieder in der Sitzung der Bezirksvertretung Südost hat der Neubau der zweizügigen Grundschule in Wolbeck Nord eine weitere Hürde genommen.

Baubeginn soll bereits im nächsten Frühjahr sein, Fertigstellung im August 2019.

Ich hoffe dieser Neubau wird die bisherige Nikolaischule entsprechend entlasten und die provisorischen Klassenräume können dort wieder abgebaut werden, damit die Schüler wieder mehr Platz zum Spielen haben.

Jetzt muss nur noch der Rat der Stadt Münster am 18.10. dem Baubeschluss zustimmen.

Wer einen kleinen Einblick in die Planungen haben möchte:

Beschlussvorlage V/0487/2017 Neubau Grundschulgebäudes in Wolbeck

Für die Fraktion der Grünen in der Bezirksvertretung Münster Südost
Dirk Wimmer



by Dirk Wimmer

JVA nach Wolbeck?

In der Sitzung der Bezirksvertretung Münster Südost gab es keine weiteren Informationen zu einem möglichen Standort einer JVA im Bezirk Südost. Dazu führte ich ein Interview mit der WDR Lokalzeit, jedoch nur ein kleiner Teil davon wurde gesendet.

Ich begrüße es, dass nach so langer Zeit anscheinend ein Standort für eine neue JVA gefunden wurde. Besonders nach dem Hick-Hack um einen möglichen Standort in Handorf. Aus ökologischen Gründen wäre der Standort in Handorf völlig ungeeignet gewesen, da das Gebiet einen hohen naturschutzfachlichen Wert besitzt. Wir befürworten, dass diese Planungen jetzt endgültig vom Tisch sind.

Bisher habe ich aus der Wolbecker Bürgerschaft kaum Negatives gehört. Auch die Posts in den Sozialen Medien sind durchweg positiv.

Jedoch kritisiere ich die Vorgehensweise des BLB. In Zeiten, in denen sich viele Menschen von der Politik nicht verstanden, gar allein gelassen, fühlen, kann ich es nicht nachvollziehen, warum jetzt so ein Geheimnis aus der Standortsuche und dem Kaufabschluss bei einem möglichen Wolbecker Standort gemacht wurde.

Um eine Entscheidung für die Bevölkerung nachvollziehbar zu machen, halte ich eine größtmögliche Transparenz und Bürgernähe für sehr wichtig. Sonst werden unnötig Ängste aufgebaut. Mögliche Standortvorteile werden erst gar nicht thematisiert, wie die Erhaltung und Neuschaffung von Jobs und die nötige Nähe zu den Gerichten.

Wenn nicht mal die lokalen Politiker vorab informiert werden, diese einen möglichen Grundstücksankauf der BLB ebenfalls durch die Presse erfahren müssen, können Bürgergespräche zu diesem Thema nicht stattfinden und Spekulationen und Mutmaßungen gewinnen die Oberhand. Diese bekommen schnell Bedeutungshoheit.

Der BLB hat uns mitgeteilt, es könne nicht einmal bestätigt werden, dass eine JVA überhaupt im Bezirk Südost gebaut werden soll.

Uns liegt ein Schreiben des BLB vor, in dem Sie sich zwar ausdrücklich dafür aussprechen, grundsätzlich gerne Rede und Antwort in allen Fragen rund um die Suche nach einem neuen Standort für die JVA Münster und das weitere planerische Vorgehen zur Verfügung stehen, der Termin zur Sitzung der Bezirksvertretung am 10.10.2017 wurde jedoch abgesagt. Der Kaufvertrag stehe aber immer noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Verwaltungsrates des BLB NRW und weiterer grundbuchrechtlicher Fragestellungen. Eine vorübergehende Vertraulichkeit in bestimmten Punkten sei Bestandteil des Kaufvertrages und für sie bindend. Erst wenn alle rechtlichen Punkte im Zusammenhang mit dem Kaufvertrag abschließend geklärt sind, kann und würde der BLB NRW die Öffentlichkeit weitergehend informieren. Jede frühere Information könnte die erfolgreiche Abwicklung des Kaufvorgangs gefährden.

Wenn es rechtliche Gründe gibt, die einer Veröffentlichung widersprechen, dann ist es verständlich, dass es keine öffentlichen Infos darüber gibt. Jedoch frage ich mich dann, warum überhaupt Infos an die Presse weiter gegeben wurden. Dies widerspricht meiner Meinung nach der Aussage des BLB NRW. Dann hätte man besser gar keine Informationen an die Öffentlichkeit geben sollen, um Spekulationen gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Für die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Münster Südost

Dirk Wimmer