Grüne Zeiten in Münster-Südost


Unruhe an der Homannstraße – eine Presseerklärung by Reiner Borchert

Erst neulich gab es Aufregung an der Homannstraße wegen entlaufener Kühe, die im weiten Umkreis wieder eingesammelt werden mussten. Das war recht schnell erledigt; was die Anwohnerinnen und Anwohner mehr beunruhigt, ist die Aussicht, dass die Wiesen, Weiden und Gehölze an der Homannstraße in nicht allzu ferner Zukunft verschwinden könnten, denn sie sind im aktuellen Baulandprogramm der Stadt Münster aufgeführt in der „Stufe 2“, was bedeutet, dass die Stadt sich bemüht, die Flächen zu erwerben, um sie in Bauland zu überführen.

Niemand bestreitet, dass die aktuelle Wohnungsnot in Münster durch die Erschließung neuer Baugebiete gemildert werden muss. Gerade im Südosten gibt es daher zahlreiche Beispiele dafür: die ehemalige York-Kaserne in Gremmendorf, das Westfalen-Gelände und die Hiltruper Straße in Angelmodde, einige Neubaugebiete in Wolbeck, und, nicht zu vergessen, das große Gebiet nördlich Osttor in Hiltrup-Ost. All diese Gebiete bedeuten den Zuzug von grob geschätzt mehr als 10.000 Menschen.

Wollen das Baugebiet verhindern (v.l.): Reiner Borchert und Anja Tepe (Grüne Südost), Karsten Timmermann, Penny und Tochter Destiny, Gisela Maniera (Homannstraße)

Der Protest an der Homannstraße wird auch von der Grünen Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Südost unterstützt, da auch die Grünen sehen, dass dieser Bevölkerungszuwachs in keinem Verhältnis zur vorhandenen Infrastruktur steht, welche schon jetzt stark belastet ist. „Es fehlt an Kitas und Schulen, auch die Verkehrswege werden der Zunahme nicht gewachsen sein!“, so Gisela Maniera, die Organisatorin des beliebten Hasilaus-Garagenflohmarkts.

Was die Grünen aber besonders auf die „Palme“ bringt, ist auch hier wieder an der freien Landschaft und an den Grüngürteln geknabbert werden soll, wie es aktuell schon bei anderen kleinen Baugebieten (Frankenweg und Sandbach) geschieht. Anja Tepe, Landschaftsökologin und BV-Mitglied, meint dazu: „Wieder wird Landschaft ohne Not für eine kleine Zahl an Wohnungen geopfert. Das Grünland und die Wallhecke haben eine große Bedeutung für den Biotopverbund am Rande der Werseaue. Sie werden unwiederbringlich verschwinden!“.

Sonnenaufgang an der Homannstraße – im künftigen Baugebiet?

Karsten Timmermann sieht noch einen weiteren wichtigen Aspekt: „Der Grüngürtel, zu dem die Fläche gehört, erfüllt eine wichtige Funktion für das Stadtklima, indem er die Aufheizung der Stadt in Hitzeperioden mindert.“ Außerdem sei die Fläche im Landschaftsplan Werse als erhaltenswerter Landschaftsbestandteil aufgeführt. „Welchen Wert haben Landschaftspläne, wenn sie so einfach außer Kraft gesetzt werden können?“, fragt er sich.

Der Fraktionssprecher der Grünen, der Biologe Reiner Borchert, ermuntert die versammelten Anwohnerinnen und Anwohner zu lautstarkem Protest, gerade jetzt vor der Kommunalwahl. Nur mit starker Unterstützung der Bevölkerung könne das Baugebiet noch verhindert werden.

Auch zweibeinige Tiere wissen die Pferdeweide zu schätzen.

Alle Fotos: Dr. Harald Maniera



Kein Bauland im Grünring und Hände weg von Landschaftsschutzgebieten! by Dirk Wimmer

In den kommenden Jahren werden zahlreiche Flächen im Bezirk Südost für neue Wohnquartiere umgewandelt. Dazu gehört nicht nur das riesige Gebiet der ehemaligen York-Kaserne, auch große Flächen in Wolbeck Nord, am Berdel und am Knotenpunkt der Hiltruper Straße / Albersloher Weg werden in naher Zukunft zu Baugebieten. Weitere Flächen, wie das z.Z. von der Westfalen AG genutzte Gebiet an der Heidestraße, sollen in den nächsten Jahren ebenfalls für Wohnbebauung erschlossen werden. Die Planung des Quartiers am Osttor in Hiltrup schafft ein weiteres großes Angebot an Wohnraum. Insgesamt werden im Südosten von Münster mehrere tausend Menschen ein neues Zuhause finden.

Ausschnitt Baulandprogramm Südost

Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen / GAL in der Bezirksvertretung Südost befürwortet und fördert neuen Wohnraum und ist im Grundsatz für das Baulandprogramm. Jedoch ist der Schutz der Grünzüge und des 1. und 2. Grünrings sowie ökologisch bedeutsamer Flächen zu gewährleisten.

Die im Vergleich sehr kleinen Gebiete 813-03 (Gremmendorf – Westlich Frankenweg, V/0374/2020) mit 20 WE und 863-07 (Wolbeck – Südlich Hiltruper Straße / Westlich am Sandbach, V/0375/2020) mit 40 WE sowie die Fläche Angelmodde – Nördl. Homannstraße sind aus diesem Grund aus dem Baulandprogramm zu streichen. Die Entwicklung zu Wohnquartieren ist nicht weiter zu verfolgen, da die Schaffung weniger Wohnungen die ökologischen und stadtklimatischen Folgen nicht aufwiegen und die Eingriffe nicht im Verhältnis zu den Folgen der zukünftigen Generationen stehen.

Zu 813-03 (Gremmendorf – Westlich Frankenweg,  V/0374/2020):

Die Fläche grenzt direkt an den Wald „Große Lodden“ und liegt im 2. Grünring sowie im Landschaftsschutzgebiet. Angrenzend befindet sich eine Ausgleichsfläche der Stadt in Form einer alten Streuobstwiese. Durch eine Bebauung des Waldrandes und die daraus entstehenden Lichtemissionen sowie dem steigenden Nutzungsdrucks werden typische Waldarten wie lichtempfindliche Fledermausarten und Eulen verdrängt. Da sich in dem Bestand auch Eichen befinden, ist mit einer Belastung durch die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners zu rechnen. Die Streuobstwiese verliert ebenfalls ihre Funktion als Lebensraum für Arten wie den Gartenrotschwanz, Stare und Braune Langohren (Fledermäuse).

Gremmendorf – Westlich Frankenweg

Zur Fläche Angelmodde – Nördl. Homannstraße:

Diese liegt zwar „nur“ im 3. Grünring, besitzt jedoch wegen des hohen Grünlandanteils und der strukturgebenden Baum-/Gehölzreihe einen hohen ökologischen Wert. Sie ist Teil des münsterländischen Biotobverbunds mit besonderer Bedeutung (Kennung VB-MS-4011-018), daher von Bebauung freizuhalten.

Fläche Angelmodde – Nördl. Homannstraße

Zu 863-07 (Wolbeck – Südlich Hiltruper Straße / Westlich am Sandbach, V/0375/2020):

Diese Fläche liegt im Grünzug Lütkenbeck-Loddenbach. Zusammen mit dem B-Plan 588 (Raiffeisenmarkt) entsteht mit der Bebauung der Fläche ein Keil in dem Grünzug, der bis an die Umgehungsstraße heran reicht und damit eine Barrierewirkung besitzt.

Wolbeck – Südlich Hiltruper Straße / Westlich am Sandbach
Karte Grünordnung Stadt Münster, in Blau neues Baugebiet

https://www.stadt-muenster.de/umwelt/umwelt-und-freiraumplanung/gruenordnung-muenster.html

Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen / GAL lehnte am 10.06.2020 in der Sitzung der Bezirksvertretung Südost die Vorlagen zu den Bebauungsplänen V/0374/2020 Gremmendorf – Westlich Frankenweg und V/0375/2020 Wolbeck – Südlich Hiltruper Straße / Westlich am Sandbach ab und enthielt sich beim Beschluss zum Baulandprogramm 2020-2024.

Anlagen:

Bildergalerie

Link: Bebauungsplan Nr. 606: Südlich Angelsachsenweg / Westlich Frankenweg
Beschluss zur Aufstellung
Link: Bebauungsplan Nr. 608: Hiltruper Straße / Westlich Am Sandbach
Beschluss zur Aufstellung



Straßennamen für das York-Gelände – warum wir neue Wege gehen wollen by Reiner Borchert
3. Juni 2020, 00:00
Filed under: Gremmendorf, Kommunalwahl 2020, Konversion York

In den nächsten Jahren wird Gremmendorf um die 5000 neue Bewohner*innen bekommen – weil uns die Konversion des ehemaligen York-Kasenengeländes ca. 1800 neue und dringend benötigte Wohneinheiten bescheren soll bzw. wird.

Zur Erschließung des Geländes werden natürlich auch neue Straßen und Wege entstehen und vorhandene aus- und umgebaut. Und die wollen und sollen auch benannt werden, etwa 14 an der Zahl.

Die übliche Herangehensweise an neu zu benennende Straßen funktioniert in Gremmendorf etwa so: alteingesessene Vereine (Parteien, Schützenvereine, Gewerbeverein etc.) überlegen, welche verdienten und verstorbenen Mitglieder bisher noch nicht bedacht worden sind bei der Straßentaufe. Diese Vorschläge werden dann der Politik zugespielt, in der Regel der CDU, die ja auch selbst etliche Honoratioren auf Lager hat.

So hatte es sich die CDU auch diesmal wieder vorgestellt. Um die SPD mit ins Boot zu holen, hat man es nicht versäumt, auch eine verdiente SPD-Ratsfrau zu nominieren.

Dummerweise hat die CDU derzeit keine Mehrheit in der Bezirksvertretung, die über die Straßennamen zu entscheiden hat. Das eröffnet die Chance, diesmal anders vorzugehen.

Wir haben daher einen Vorschlag entwickelt, der neue Wege geht:

  • ein Konzept aus einem Guss, das zur Besonderheit des Gebietes passt
  • ein Bezug zur Geschichte des Gebietes
  • keine politisch einseitigen Personennamen (die womöglich in Zukunft in Verruf geraten könnten…)

Die Idee, britische Landschaften für die Straßennamen heranzuziehen, unterstreicht die jahrzehntelange Nutzung durch die britischen Streitkräfte, die „als Besatzer kamen und als Freunde gingen“, ohne dem Militarismus zu huldigen.

Natürlich haben wir dabei im Blick, dass viele englische Namen für ungeübte deutsche Zungen, Ohren und Schreibstifte schwer verdaulich sind. Daher haben wir Namen von Counties („Grafschaften“) herausgesucht, die unserer Meinung nach auch für deutsche Verhältnisse tauglich sind.

Wir glauben, dass die oben erwähnten etwa 5000 neue Gremmendorfer*innen keine Probleme mit den Namen haben werden – so exotisch ist Englisch einfach nicht. Im Gegenteil, sie werden die Namen als etwas Besonderes wahrnehmen und sich mit ihrem neuen Viertel eher identifizieren, als wenn sie mit Namen ihnen unbekannter Personen zu tun hätten, wie die meisten Alteingesessenen.

Und was macht nun die CDU? Sie hat das Thema für den bald beginnenden Wahlkampf entdeckt. Mittels eines Flyers, der in den Läden am Albersloher Weg und der Gastronomie ausliegt, inszeniert sie eine „Umfrage“, bei der man zwischen den Grafschaften, den „Gremmendorfer Persönlichkeiten“ und einer Mischung aus beiden wählen kann. (Wer ist nochmal Versitzender des Gewerbevereins? Richtig, Marc Würfel-Elberg. Und wer ist Vositzender der Gremmendorfer CDU? Richtig, auch Marc Würfel-Elberg!)

Gleichzeitig nutzt die CDU ihren Flyer, ihren Kandidaten für das Bezirksbürgermeisteramt in Stellung zu bringen. Peter Bensmann wird als „Bezirksbürgermeister für Südost“ tituliert. Man muss schon sehr genau auf die Wortwahl achten: es heißt „für“, nicht „von“. Darauf wird man sich berufen, wenn darauf hingewiesen wird, dass Herr Bensmann ja bisher nur Kandidat ist und keineswegs vom Volke gewählt. Aber egal, Klappern gehört zum Geschäft, und Gremmendorf war bisher immer ein sicheres Pflaster für die CDU.

Wie gehen wir nun mit der CDU-Kampagne um? Zunächst mal sind wir sehr gespannt, welches Umfrage-Ergebnis die CDU uns demnächst präsentieren wird.

Allen, die unseren Vorschlag unterstützen wollen, empfehlen wir ausdrücklich die Teilnahme an der Umfrage – kreuzen Sie bitte die erste Alternative „Britische Grafschaften“ an! Allerdings verlangt die CDU Namen, Adresse und Unterschrift. Also, keine Angst vor Datenschutz!



Grüne gegen Ausbau der Eschstraße: „Beruhigung des Ortskerns muss auch anders gehen“ by Dirk Wimmer

 „Die Grünen haben den Ausbau der Eschstraße stets abgelehnt und werden
dies auch weiterhin tun, da der Ausbau nicht erforderlich ist, die Anwohner*innen belastet und wie jeder neue Straßenbau zusätzlichen Verkehr generieren wird; es würde eine Abkürzung zur Umgehungsstraße über die Alverskirchener Straße, Telgter Straße, den Borggarten und die Eschstraße entstehen. Auch für den Schwerlastverkehr könnte dies eine Abkürzung sein – das wollen wir nicht“, so GAL-Ratsherr Carsten Peters, verkehrspolitischer Sprecher seiner
Fraktion: „Eine Entlastung des Ortskerns ist ohne den Eschstraßen-Ausbau möglich und mit der
Reaktivierung der WLE absehbar.“
  
„Nach den jüngst vorgestellten Plänen soll eine Kreisstraße entstehen
mit 50 km/h und Schwerlastverkehr, obwohl die Eschstraße momentan extrem verkehrsberuhig ist. Es soll Tempo 50 kommen, die Straße 6,60m breit, mit Lärmschutzwänden, Ampeln und zugelassen für den Schwerlastverkehr. Mit dieser Anbindung holt uns die Verwaltung den
Schwerlastverkehr mitten in das Dorf“, so Dirk Wimmer, Grüner
Bezirksvertreter*in:“ Diese Straße wird das Dorf in Nord und Süd teilen,
 denn Schüler*innen, die bisher ohne große Gefahren aus dem Norden in Richtung
Grundschule / Schulzentrum fahren wollen, müssen nach dem Ausbau die
Ampel nehmen oder eine Verkehrsinsel (Richtung Wertstoffhof) nehmen.“

Die Grünen fordern, dass es eine Umgestaltung des Ortskernes ohne
den Ausbau der Eschstraße erfolgen muss, wichtiger Bestandteil muss die
Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs sein.



Presseerklärung zur WLE-Reaktivierung by Reiner Borchert
25. November 2018, 15:30
Filed under: Angelmodde, Gremmendorf, Schienenverkehr, Wolbeck

Am Donnerstag den 22.11.2018 haben die „Westfälischen Nachrichten“ in der Lokalausgabe Wolbeck/Angelmodde unsere Presseerkärung veröffentlicht:

Die Zeitungsredaktion hat allerdings etwas unsauber formuliert: der „Vorwurf  an die GAL“ im vorletzten Satz geht natürlich an die BI, nicht an uns selbst. Der Satz muss heißen „(…) so der Vorwurf der GAL“. Hätten wir fast übersehen…



WLE-Reaktivierung lässt Bürgerinitiative weiterhin durchdrehen! by Reiner Borchert
13. November 2018, 16:58
Filed under: Angelmodde, Gremmendorf, Schienenverkehr, Wolbeck

Anlässlich einer Infoveranstaltung zur WLE, die am 15. November 2018 im Schulzentrum Wolbeck stattfinden soll, ist die sattsam bekannte Bürgerinitiative gegen die Reaktivierung wieder zur Höchstform aufgelaufen und macht mit einem Flyer auf ebendiese Veranstaltung aufmerksam.

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Eine ansprechend gestaltete Werbung für die WLE. Man beachte die kreative Bildbearbeitung.

Wie schon in der Vergangenheit erfindet und verdreht die BI „Fakten“ so, dass sie zu ihrem Ziel passen, nämlich die WLE-Reaktivierung auf jeden Fall zu verhindern. Diese Methode ist zwar derzeit sehr in Mode geraten, disqualifiziert aus unserer Sicht allerdings die BI als ernstzunehmende Diskussionsteilnehmer.

Die im Flyer aufgezählten „Argumente“ entpuppen sich schnell als interessengetriebenes, selektives Aufbauschen und Erfinden von „Nachteilen“:

  • „2 Buslinien werden geopfert“: welche?
  • „Linie 8 (wird) verstümmelt“: Die Linie 8 wird den neuen Möglichkeiten angepasst, wenn die WLE fährt. Es ergeben sich ganz neue Möglichkeiten des Zusammenwirkens von Bus und Bahn, die sich ergänzen und gegenseitig unterstützen. Die Linie 8 wird weiterhin gebraucht!
  • „8 statt 63 Haltestellen, Entfernung … bis 1,5 km“: 8 Haltestellen der Bahn gegen 63 Haltestellen der Linie 8 ? Panikmache!
  • „Mehrfaches Umsteigen zw. Bus u. Bahn erforderlich“: Die Möglichkeiten des ÖPNV werden durch die Bahn zunehmen, und wenn eine Kombination aus Bus und Bahn die beste Verbindung darstellt, steigt man eben um. Das macht man auch jetzt schon, wenn man die Buslinie wechselt. Die Buslinie 8 wird es aber auch weiterhin ermöglichen, ohne Umsteigen von Wolbeck nach Münster zu fahren.
  • „Einsatz von Dieselloks trotz drohenden Fahrverboten“: Die Planungen zur Reaktivierung sind zum Teil schon 10 – 20 Jahre alt. Damals waren Diselloks Stand der Technik bei nicht elektrifizierten Strecken. Inzwischen sind neue Antriebstechniken wie Brennstoffzellen/Wasserstoff oder elektrische Akkus erprobt und einsetzbar. Und die werden zum Einsatz kommen!
  • „Kein Park & Ride Konzept“: nur weil noch kein fertiges Konzept vorliegt, heißt das nicht, dass es keins geben wird. Die Bahn wird frühestens in 5 Jahren fahren.
  • „Mit 80km/h durch die Siedlungen, wo 30km/h gilt“: man könnte meinen, die BI ist neidisch auf die „privilegierte“ Bahn, während ihre Autos „nur“ 30 fahren dürfen. Natürlich fährt die Bahn nicht „durch Siedlungen“, sondern auf ihrer seit Jahrzehnten vorhandenen Trasse. Sowas ist normal und kann z.B. in Mauritz an der Strecke nach Warendorf besichtigt werden!
  • „Sparvariante Schallschutz“: neue technische Entwicklungen führen dazu, dass die Züge künftig leiser fahren als bisher. Statt sich zu freuen, dass hohe Lärmschutzwände nicht erforderlich sind (die sie ja auch nicht wollen), werden die neuen Möglichkeiten als „Sparvariante“ hingestellt.
  • „100 x pro Tag Rückstau an Schranken in Wolbeck und Gremmendorf“: dieser Satz illustriert einmal mehr die Autofahrerbrille der BI! Ziel der Reaktivierung ist die Reduktion des Autoverkehrs, denn unsere Straßen sind schon jetzt regelmäßig verstopft. Und die Staus kommen nicht von zu viel Bahn, sondern zu vielen Autos.  Die Schließzeiten der Schranken sind zu kurz, um von sich aus nennenswerte Staus hervorzurufen. Wenn das doch passiert, ist die Verkehrsbelastung ohnehin schon am „Anschlag“. Darum wollen wir ja die WLE (s.o.).
  • „Und dafür über 40 Millionen Ihrer Steuergelder?“: ja, die Verkehrsinfrastruktur kostet. Im Straßenbau verschwinden deutlich mehr Millionen als im Ausbau des Bahnnetzes. Darüber regt sich die BI nicht auf. Die WLE-Strecke ist bereits vorhanden, muss nur erneuert werden. Es wäre grob fahrlässig, diese günstigen Gegebenheiten nicht zu nutzen, um den in Münster drohenden Verkehrsinfarkt abzuwenden. So billig kommen wir nie wieder an eine neue S-Bahn-Linie!

Unsere Empfehlung: Folgen Sie der „Einladung“ der BI und gehen Sie zur Informationsveranstaltung der WLE! Machen Sie sich selbst ein Bild und prüfen Sie die Aussagen der BI auf Wahrheitsgehalt und Plausibilität!



by Dirk Wimmer

Neue Grundschule in Wolbeck Nord nimmt weitere Hürde

Mit der Zustimmung der Mitglieder in der Sitzung der Bezirksvertretung Südost hat der Neubau der zweizügigen Grundschule in Wolbeck Nord eine weitere Hürde genommen.

Baubeginn soll bereits im nächsten Frühjahr sein, Fertigstellung im August 2019.

Ich hoffe dieser Neubau wird die bisherige Nikolaischule entsprechend entlasten und die provisorischen Klassenräume können dort wieder abgebaut werden, damit die Schüler wieder mehr Platz zum Spielen haben.

Jetzt muss nur noch der Rat der Stadt Münster am 18.10. dem Baubeschluss zustimmen.

Wer einen kleinen Einblick in die Planungen haben möchte:

Beschlussvorlage V/0487/2017 Neubau Grundschulgebäudes in Wolbeck

Für die Fraktion der Grünen in der Bezirksvertretung Münster Südost
Dirk Wimmer



by Dirk Wimmer

JVA nach Wolbeck?

In der Sitzung der Bezirksvertretung Münster Südost gab es keine weiteren Informationen zu einem möglichen Standort einer JVA im Bezirk Südost. Dazu führte ich ein Interview mit der WDR Lokalzeit, jedoch nur ein kleiner Teil davon wurde gesendet.

Ich begrüße es, dass nach so langer Zeit anscheinend ein Standort für eine neue JVA gefunden wurde. Besonders nach dem Hick-Hack um einen möglichen Standort in Handorf. Aus ökologischen Gründen wäre der Standort in Handorf völlig ungeeignet gewesen, da das Gebiet einen hohen naturschutzfachlichen Wert besitzt. Wir befürworten, dass diese Planungen jetzt endgültig vom Tisch sind.

Bisher habe ich aus der Wolbecker Bürgerschaft kaum Negatives gehört. Auch die Posts in den Sozialen Medien sind durchweg positiv.

Jedoch kritisiere ich die Vorgehensweise des BLB. In Zeiten, in denen sich viele Menschen von der Politik nicht verstanden, gar allein gelassen, fühlen, kann ich es nicht nachvollziehen, warum jetzt so ein Geheimnis aus der Standortsuche und dem Kaufabschluss bei einem möglichen Wolbecker Standort gemacht wurde.

Um eine Entscheidung für die Bevölkerung nachvollziehbar zu machen, halte ich eine größtmögliche Transparenz und Bürgernähe für sehr wichtig. Sonst werden unnötig Ängste aufgebaut. Mögliche Standortvorteile werden erst gar nicht thematisiert, wie die Erhaltung und Neuschaffung von Jobs und die nötige Nähe zu den Gerichten.

Wenn nicht mal die lokalen Politiker vorab informiert werden, diese einen möglichen Grundstücksankauf der BLB ebenfalls durch die Presse erfahren müssen, können Bürgergespräche zu diesem Thema nicht stattfinden und Spekulationen und Mutmaßungen gewinnen die Oberhand. Diese bekommen schnell Bedeutungshoheit.

Der BLB hat uns mitgeteilt, es könne nicht einmal bestätigt werden, dass eine JVA überhaupt im Bezirk Südost gebaut werden soll.

Uns liegt ein Schreiben des BLB vor, in dem Sie sich zwar ausdrücklich dafür aussprechen, grundsätzlich gerne Rede und Antwort in allen Fragen rund um die Suche nach einem neuen Standort für die JVA Münster und das weitere planerische Vorgehen zur Verfügung stehen, der Termin zur Sitzung der Bezirksvertretung am 10.10.2017 wurde jedoch abgesagt. Der Kaufvertrag stehe aber immer noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Verwaltungsrates des BLB NRW und weiterer grundbuchrechtlicher Fragestellungen. Eine vorübergehende Vertraulichkeit in bestimmten Punkten sei Bestandteil des Kaufvertrages und für sie bindend. Erst wenn alle rechtlichen Punkte im Zusammenhang mit dem Kaufvertrag abschließend geklärt sind, kann und würde der BLB NRW die Öffentlichkeit weitergehend informieren. Jede frühere Information könnte die erfolgreiche Abwicklung des Kaufvorgangs gefährden.

Wenn es rechtliche Gründe gibt, die einer Veröffentlichung widersprechen, dann ist es verständlich, dass es keine öffentlichen Infos darüber gibt. Jedoch frage ich mich dann, warum überhaupt Infos an die Presse weiter gegeben wurden. Dies widerspricht meiner Meinung nach der Aussage des BLB NRW. Dann hätte man besser gar keine Informationen an die Öffentlichkeit geben sollen, um Spekulationen gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Für die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Münster Südost

Dirk Wimmer

 



Grün dabei beim Wolbecker Boxenstopp by Dirk Wimmer

Wieder eine schöne Aktion vom Wolbecker Gewerbeverein. Unter dem Motto „Anhalten statt Durchrasen“ wurden in ganz Wolbeck an vielen verschiedenen Stellen Boxen aufgestellt, die Gewerbetreibende und auch die in der Bezirksvertretung vertretenen Parteien nach Lust und Laune gestalten konnten. Auch die Grüne Fraktion der Bezirksvertretung Münster-Südost hat sich beteiligt und beim Bau der Box, in Anlehnung an das Motto der Aktion, das Thema Zeit aufgegriffen: „Schenk Dir Zeit“.

Dirk Wimmer hat zusammen mit seiner Familie die Ideen der Grünen Stadtteilgruppe beim Bau umgesetzt und die vielen Einzelteile des Boxenbausatzes zusammengeschraubt, danach malerisch verziert.

BoxenstoppGrün

Damit unsere Box auch noch einen kleinen ökologischen Beitrag leistet, wurden Pflanzen eingesäht, die für Nützlinge wie z.B. Hummeln und Schmetterlinge besonders schmackhaft sind. Und sollte es eine Wildbiene bis nach Wolbeck verschlagen, kann sie es sich in unserem kleinen Bienenhotel gemütlich machen.

Unser Beitrag zum Boxenstopp steht am Angelseitenweg, an der Kreuzung Achatius-Haus / Brücke über die Angel Richtung Nikolai – Kirche.  (51.919358, 7.729751).

Kommt doch einfach vorbei und Schenkt Euch ein bisschen Zeit.

Für die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Münster Südost
Dirk Wimmer



Stadtwerke gegen Umbenennung von Haltestelle by Dirk Wimmer

Haltestellen sollten den Fahrgästen durch ihren Namen den Ort ihres Standortes mitteilen. Die Haltestelle Loddenheide / BERESA ist nach einer Firma benannt. Die Benennung einer Haltestelle nach einer Firma sollte nur dann erfolgen, wenn diese Haltestelle vorwiegend von Kund/inn/en oder Mitarbeiter/innen der Firma frequentiert wird. Reiner Borchert, Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion in Münster Südost bezweifelt dies, da die Kundschaft eines Autohändlers gerade nicht oder nur ausnahmsweise den öffentlichen Nahverkehr nutzt.

Stattdessen schlägt er vor, die Haltestelle als das zu benennen, was sie tatsächlich ist: eine ÖPNV-Anbindung für das Gewerbegebiet Loddenheide und das Wohngebiet Lütkenbeck, das über eine Bahnunterführung direkt an die Haltestelle angebunden ist und auf diese Weise endlich gebührend im Busfahrplan der Stadtwerke Beachtung findet.

Für die Grüne Fraktion Münster Südost
Dirk Wimmer