Grüne Zeiten in Münster-Südost


Gremmendorf bald entmilitarisiert – was dann? by Reiner Borchert
10. August 2009, 22:36
Filed under: Gremmendorf, Stadtplanung
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Einfahrt zur York-Kaserne am Albersloher Weg

Inzwischen hat es sich wohl rumgesprochen: die britischen Streitkräfte wollen mittelfristig den Standort Münster (d.h. die Kasernen Gremmendorf und Gievenbeck) aufgeben. Der Termin steht noch nicht fest, derzeit geistert aber die Jahreszahl 2017 herum. Egal, ob das Jahr letztendlich stimmt – die Auswirkungen auf Gremmendorf und Angelmodde-West werden beträchtlich sein:

  • In mehreren Wohnbezirken werden viele von den Briten genutzte Häuser (zumeist einfache Reihenhäuser) frei werden.
    (Es handelt sich um die Straßen Lilienthalweg, Zum Erlenbusch, Angelsachsenweg, Wiegandweg sowie Torminweg, Köhlweg und Fitzmauriceweg in Lütkenbeck.)
  • Das frei werdende Kasernengelände selbst umfasst eine Fläche von mehr als 30 Hektar. Im vorderen Bereich zum Albersloher Weg hin befinden sich viele alte und neue Gebäude, der hintere Bereich wird als Sportplatz genutzt.
  • Die Angehörigen der britischen Streitkräfte werden dem Gremmendorfer Einzelhandel als Kundinnen und Kunden fehlen. Die ohnehin nicht gerade rosige Situation wird für die Geschäfte noch schwieriger als sie heute schon ist.

Aber:

Die Veränderungen bieten auch eine große Chance, endlich ein angemessenes Stadtteilzentrum für Gremmendorf zu entwickeln. Darüber hinaus ist die Kasernenfläche so riesig, dass es auch für umliegende Stadtteile relevant ist, was dort passieren wird. Es ist sicher nicht übertrieben, ihr eine gesamtstädtische Bedeutung beizumessen.

Deshalb wollen wir in den nächsten Monaten und Jahren Ideen und Ziele entwickeln, wie wir uns die Zukunft von Gremmendorf vorstellen.

Und: Wir laden alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein, sich an dieser Diskussion zu beteiligen!

Text + Foto:    Reiner Borchert



Kommunalwahl 2009: Unser Direktkandidat für Gremmendorf (Wahlkreis 20) by Reiner Borchert

Reiner Borchert

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Reiner Borchert, Kandidat für Gremmendorf

Alter: 51
Familienstand: unverheiratet
Beruf: Biologe und Softwareentwickler
Politisches: Seit 1999 in der BV Südost
Schwerpunkte: Umwelt, Verkehr, Stadtplanung

Seit über 10 Jahren lebe ich in Gremmendorf. Ich habe vor langer Zeit Biologie studiert, arbeite aber derzeit in einem kleinen Unternehmen als Softwareentwickler. Seit etwa 25 Jahren bin ich Mitglied der Grün-Alternativen Liste (GAL) und vertrete sie seit fast 10 Jahren in der Bezirksvertretung MS-Südost. Als Biologe habe ich natürlich ein großes Interesse an ökologischen Themen, so dass Umwelt- und Verkehrspolitik meine Schwerpunkte sind. Ich möchte deshalb insbesondere die Interessen der nicht-motorisierten VerkehrsteilnehmerInnen vertreten.

In dieser Hinsicht gibt es in Gremmendorf einiges zu verbessern. Unser Stadtteil leidet darunter, dass der Albersloher Weg eine ständige Lärm-, Abgas- und Gefahrenquelle darstellt und die Entwicklung eines echten Zentrums verhindert. Der Versuch der CDU, durch Aufstellen von Bänken und Blumenkübeln einen sog. „Dorfplatz“ einzurichten, kann nur ein mildes Lächeln hervorrufen und zeigt, wie eng die Grenzen des derzeit Möglichen sind. Außerdem liegt der Albersloher Weg mit weit über 200 Unfällen allein im Jahr 2008 ganz weit oben in der Münsterschen Unfallstatistik. Auch wenn die Todesfälle im letzten Jahr nicht in erster Linie auf Geschwindigkeitsüberschreitungen zurück zu führen sind, zeigen sie doch, wie gefährlich diese Rennstrecke für die Menschen geworden ist.

Deshalb suchen wir Grüne in Gremmendorf nach Möglichkeiten, den Albersloher Weg zu entschärfen und gleichzeitig dem Stadtteil ein attraktives Zentrum zu ermöglichen. Die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 50 km/h ist dabei nur der erste Schritt; sie reicht bei weitem nicht aus.

Der Abzug der britischen Streitkräfte aus der York-Kaserne bietet mittelfristig eine große Chance, diese Zeile zu verwirklichen. Wir wollen in der Ortsdurchfahrt Gremmendorf den Albersloher Weg nach Westen verlegen und die neue Trasse über Kreisverkehre anschließen. Der gewonnene Platz bietet endlich das, was uns hier fehlt: Platz zum Verweilen, Spielen, Feiern, Einkaufen, Essen & Trinken, Musik machen, einander begegnen – Platz für Läden, Vereine, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren, kurzum: Platz zum Leben!

Wir brauchen noch Zeit, um unsere Ideen und Wünsche für ein lebens- und liebenswertes Gremmendorf konkreter zu formulieren, aber die Zeit haben wir noch. Wir möchten alle Interessierten bitten, daran mitzuarbeiten und ihre Ideen einzubringen. Dieser Blog soll uns dabei als Diskussionsforum dienen!