Grüne Zeiten in Münster-Südost


Lindberghweg / Lütkenbecker Weg: Fahrradstraße jetzt! by osmunda

Lindberghweg und Lütkenbecker Weg als Fahrradstraße – das liegt irgendwie in der Luft! Nicht nur die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Südost, auch eine Initiative von Anwohnern des Lindberghwegs haben das beantragt. Und nun hat auch die Ortsgemeinschaft Lütkenbeck selbiges einstimmig beschlossen und bei der Stadt Münster eingereicht. Wir alle meinen, dass der jetzige Zustand (die Kanalbrücke Schillerstraße ist abgerissen und wird neu gebaut; der Kfz-Verkehr ist also an der Stelle unterbrochen) genutzt werden sollte, um die de-facto-Fahrradstraße dauerhaft in eine echte umzuwandeln.

Leider stößt der Volkswille bei der Verwaltung nicht auf ungeteilte Gegenliebe. Bisher wurden alle Anträge mit dem Argument, man müsse zunächst den Neubau der Kanalbrücke Schillerstraße abwarten, dann eine Verkehrszählung durchführen und anschließend beraten, was geschehen soll. Für solch ein Prozedere gehen locker zwei bis drei Jahre ins Land, und der Ausgang ist ungewiss.

Der Grund für dieses Verhalten liegt darin begründet, dass die Stadtverwaltung die neue Brücke und den Lütkenbecker Weg ebenso wie die Schillerstraße fest in ihr Verkehrskonzept für den Hafen und das Hansaviertel eingeplant hat, als Entlastung des Hansarings quasi. Das Hafenviertel wird in den kommenden Jahren massive Änderungen erfahren; Abriss der Osmo-Hallen, Neubauten und ein monströses Einkaufszentrum sind nur ein Teil davon. Damit die dadurch entstehenden bzw. zu erwartenden Verkehrsströme verkraftet werden können, ist die Theodor-Scheiwe-Straße als Bypass auserkoren worden. Dummerweise wurde die Privatstraße vor etlichen Monaten vom Eigentümer gesperrt. Aber man arbeitet da sicher an einer Lösung…

Auftakt zur Unterschriftensammlung am 22. Juli, Kundgebung auf dem Lindberghweg

Auftakt zur Unterschriftensammlung am 22. Juli, Kundgebung auf dem Lindberghweg

Vor diesem Hintergrund wollten Initiatoren des Bürgerantrags nicht ruhig bleiben und abwarten, sondern den Bürgerwillen lautstark bekräftigen. Zu diesem Zweck wurde Ende Juli eine Unterschriftensammlung initiiert, die bis Anfang September laufen soll. Höhepunkt wird ein Straßenfest auf dem Lindberghweg am Samstag den 3. September sein. Anschließend werden die gesammelten Unterschriften „feierlich“ der Stadt übergeben.

Hier der Text der Unterschriftenliste:

Sicher, schnell und umweltfreundlich zur Arbeit, zur Schule und zum Einkauf

Aktionsplan „Fahrradstraße Lindberghweg“ – Achse Münster-Hauptbahnhof – Gremmendorf

Im September 2015 haben Bürgerinnen und Bürger aus Lütkenbeck eine Anregung gem. § 24 Gemeindeordnung für das Land NRW an die Stadt Münster gerichtet. Es geht um die Umwidmung
des Lindberghweges in eine Fahrradstraße. Die Veränderung wird einen Beitrag dazu leisten, den
Fahrradverkehr zwischen Gremmendorf und Münster-Innenstadt deutlich sicherer zu machen.
Autoverkehr ist auf einer Fahrradstraße weiterhin erlaubt, allerdings haben Fahrräder auf einer
solchen Straße klar Vorrang. Die Einrichtung einer Fahrradstraße wird zu einer erheblichen
Attraktivitätssteigerung des umweltfreundlichen Fahrradverkehrs führen. Deshalb unterstützt auch
der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Münster (ADFC) dieses Vorhaben. Weiterhin stehen die
Ortsgemeinschaft Lütkenbeck sowie die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Südost zu unserem
Projekt. Die gesamte Bezirksvertretung Süd-Ost hat auch bereits zugestimmt!

Leider hat sich bisher die Verwaltung der Stadt Münster jedoch nicht eindeutig in dieser Sache
positioniert. Vielmehr soll erst die Fertigstellung der neuen Schillerstraßenbrücke abgewartet werden
und sich dann eine Verkehrszählung anschließen. Dies ist der falsche Weg, weil durch den Neubau
der Schillerstraßenbrücke bereits jetzt der Lindberghweg in der Hauptsache als Fahrradstraße
genutzt wird! Es ist jetzt die Zeit gekommen, aktiv zu werden und gemeinsam für eine Umwidmung
des Lindberghweges einzutreten.

Laden Sie hier die Unterschriftenliste Fahrradstraße herunter und sammeln Sie bis zum 3. September im Freundes- und Bekanntenkreis Unterstützung für unser Ansinnen, damit ein sinnvolles Anliegen endlich Gehör findet!

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Mehr Fahrradstraßen braucht die Stadt! by osmunda
10. März 2016, 21:48
Filed under: Bezirksvertretung Münster-Südost, Radwege, Straßenverkehr

Münster wächst – und damit wächst auch der Verkehr auf den Straßen. Mehr individueller Kfz-Verkehr kann aber nicht die Lösung sein; die Straßen sind eh schon voll, und verbreitern kann man sie auch nicht beliebig. Außerdem ist Autofahren zum Glück inzwischen für die junge Generation eher uncool (weil es vom Smartphone ablenkt?), so dass inzwischen nicht nur wir Grüne und der ADFC einen massiven Ausbau des Radwegenetzes fordern. Es geht dabei nicht unbedingt um neue Wegverbindungen, sondern eher um eine Anpassung der vorhandenen Radwege an das steigende Verkehrsaufkommen auf zwei Rädern. Es spricht einfach zu viel dafür, das Rad zu benutzen, um von A nach B zukommen: was für die Gesundheit tun, die Umwelt schonen, viel Sprit/Geld sparen – und letztlich ist man meist auch schneller, wenn man Staus weiträumig meiden kann.

Verkehrswende

Zeit für die Verkehrswende!

Wir als Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Südost haben daher aktuell beantragt, zwei Straßen im Südosten zu Fahrradstraßen umzuwidmen:

  • die Straßen Lindberghweg und Lütkenbecker Weg stellen die wichtigste Radverbindung zwischen Gremmendorf und den anderen Stadtteilen im Bezirk dar. Man könnte vom Heumannsweg an bis zum Hauptbahnhof / Bremer Platz abseits der großen Hauptverkehrsstraßen (Albersloher Weg und Wolbecker Straße) auf einer Fahrradstraße fahren, wenn dann noch die Schillerstraße zwischen Kanal und Hansaplatz einbezogen wird. Der Anfang der Schillerstraße war bekanntlich die erste Fahrradstraße Münsters.
  • der Brandhoveweg in Angelmodde vom Kreisverkehr / Twenhövenweg bis zum Sportzentrum ist eine von Schulkindern stark frequentierter Weg parallel zur Hauptstraße Am Angelkamp. Die Ausweisung als Fahrradstraße würde eine klarere Trennung der Verkehrsarten bringen und dadurch auch für mehr Sicherheit sorgen.

Das kann natürlich nur der Anfang sein. Wir denken über weitere Straßenzüge nach und sind offen für Vorschläge.

Klar ist, dass Fahrradstraßen nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Autoverkehr ist nach wie vor erlaubt, wenn auch nur bei max. Tempo 30. Die Zukunft wird zeigen, wie stark der Radverkehr zunimmt. Die Politik kann da nur unterstützend eingreifen und Rahmenbedingungen schaffen.

Die Bezirksvertretung hat übrigens beide Anträge einstimmig befürwortet!



Neue Wege abseits der Hauptstraßen: unter der Umgehungsbahn! by osmunda

Die Idee nicht neu, zugegeben. Aber sie war schon immer gut. Deshalb hat die GAL-Fraktion zusammen mit den Kolleg/inn/en von der SPD im März 2014 in der Bezirksvertretung den Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, sie möge bitte die Machbarkeit und den Nutzen prüfen. Denn einfach wird die Umsetzung gewiss nicht!

Heeremansweg Ecke Münnichweg

Heeremansweg Ecke Münnichweg: Blick auf den Bahndamm (Foto: Martin Berg)

Es geht darum, eine Verbindung zu schaffen zwischen dem Heeremansweg im Süden und dem Biederlackweg im Norden. Beide trennen weniger als 50 Meter; dazwischen verläuft allerdings auf einem hohen und vor allem breiten Damm die Umgehungsbahn, die Güterzüge um Münster herumleitet, sofern sie nicht für Münster bestimmt sind.

Biederlackweg

Biederlackweg – im Hintergrund der Bahndamm (Foto: Martin Berg)

Eine Unterführung für zu Fuß und mit Fahrrad, was soll das bringen? Schließlich gibt es Alternativen zur Überwindung des Bahndamms, nämlich Albersloher Weg und Höltenweg. Nun ja, abgesehen von Umwegen bringen diese Straßen für den nicht-motorisierten Verkehr vor allem: Lärm, Abgase und Ampeln. Der neue Weg würde dagegen die Verbindung von Gremmendorf zu Südviertel, Hansaviertel und Hafen fernab der Hauptstraßen quer durch die Loddenheide ermöglichen.

Radweg in der Loddenheide

Radweg in der Loddenheide – Blick südwärts Richtung Biederlackweg (Foto: Martin Berg)

Wir sind der Meinung, dass attraktive Radverbindungen am besten dafür geeignet sind, den Autoverkehr zu reduzieren. Denn der wird unweigerlich zunehmen in den nächsten Jahren, wenn wegen der Konversion der Yorkkaserne und der ehemaligen britschen Wohnquartiere etwa 4000 neue Einwohner/inn/en die Bevölkerungszahl Gremmendorfs um ein Drittel steigern werden. Gerade vom ehemaligen Kasernengelände aus gesehen ist der Heeremansweg die ideale Verbindung Richtung Innestadt, bzw. er könnte es sein, wenn nicht der Bahndamm im Wege wäre.

Neue Verbindung durch die Loddenheide

Neue Verbindung (rote Linie) durch die Loddenheide zwischen Gremmendorf im Süden und der Innenstadt

Die Umsetzung unseres Antrags erfordert sicherlich einen langen Atem. Technisch sollte die Unterführung kein Problem sein; schwieriger wird es sein, die Deutsche Bahn als Eigentümerin des Bahndamms dazu zu bringen, dem Bauverhaben zuzustimmen und es womöglich zu unterstützen. Finanzieren wird sie es wohl nicht. Und damit wären wir bei einer weiteren Hürde: den Kosten. Vordergründig müsste die Stadt für die Kosten aufkommen; es ist aber möglich, dass verschiedene Fördertöpfe von Land, Bund und EU zur Unterstützung in Frage kommen. Auch die Klärung dieser Frage haben wir beantragt.