Grüne Zeiten in Münster-Südost


Die Reaktivierung der Westf. Landeseisenbahn (WLE) von Münster Hbf bis Sendenhorst by osmunda
11. Februar 2017, 21:48
Filed under: Angelmodde, Gremmendorf, Schienenverkehr, Wolbeck

Die Stilllegung der Personenbeförderung auf der von der Westf. Landeseisenbahn (WLE) betriebenen Bahnstrecke von Münster nach Neubeckum Mitte der Siebzigerjahre entsprach zwar dem damaligen Zeitgeist, hat sich aber inzwischen als Fehler herausgestellt. Jetzt – 40 Jahre später – stellen wir fest, dass Straßen wie der Albersloher Weg nicht für die Pendlerströme aus dem Umland ausgelegt sind. Dazu kommt natürlich auch, dass der ausufernde „Motorisierte Individualverkehr“ (= Pkw-Ströme) sich zu einer immensen Umweltbelastung ausgewachsen haben (Lärm, Abgase, Feinstaub).

Um diesen Belastungen für unser Straßennetzes und die betroffene Bevölkerung zu begegnen, befürworten und fordern wir als Grüne im Südosten Münsters schon seit den Neunzigerjahren eine Wiederaufnahme des Personenzugverkehrs. Die WLE hat zum Glück den Güterverkehr nie ganz eingestellt, so dass die Gleise mehr oder weniger untakt geblieben sind.

Der Pängelanton in Gremmendorf

Der Pängelanton wird garantiert nicht wieder in Betrieb genommen.

Inzwischen ist die Reaktivierung des Personenverkehrs unter den Ratsparteien (mit einer Ausnahme) Konsens geworden, und die Zeichen stehen günstig, dass in einigen Jahren wieder Personen zwischen Sendenhorst und Münster transportiert werden.

Leider trifft diese Entwicklung nicht auf ungeteilte Zustimmung. Die Anwohner der Trasse befürchten verständlicherweise eine Beeinträchtigung ihrer Gartenruhe. Die von ihnen gegründete Bürgerinitiative macht seit einiger Zeit massiv Stimmung gegen die Reaktivierung der WLE-Strecke und scheut dabei nicht vor gezielten und fortwährenden Falschinformationen zurück, die sie u.a durch breitwandige Spruchbänder an prominenten Stellen verbreitet. Sie behauptet u.a.,

  1. dass die Buslinie 8 nach Wolbeck ersatzlos gestrichen werden soll, „um den Zug voll zu kriegen“,
  2. dass ca. jeder zweite Bahnübergang für Fußgänger geschlossen werden soll,
  3. dass vor geschlossenen Schranken lange Pkw-Staus zu erwarten sind,
  4. dass am Lärmschutz gespart werden soll,
  5. dass das Ganze sowieso viel zu teuer wird,
  6. usw. usf.

Sicher sind nicht alle Behauptungen völlig aus der Luft gegriffen; für ausreichenden Lärmschutz beispielsweise muss natürlich gesorgt werden. Was wir der Bürgerinitiative aber vorwerfen, ist das Schüren und die Instrumentalisierung von Ängsten, beispielsweise die angebliche „Stilllegung“ der Linie 8 betreffend. Um diesen Falschmeldungen zu begenen, gehen wir im folgenden Beitrag etwas mehr ins Detail.

Reiner Borchert

Advertisements


Stammtisch-Termine 2017 – 1. Halbjahr by osmunda
22. Januar 2017, 19:27
Filed under: Bezirksgruppe Südost

Die Stammtische der ersten Jahreshälfte finden planmäßig an folgenden Terminen statt (jeweils 20 Uhr):

  • Do 26. Januar im Friedenskrug (Zum Erlenbusch 16)
  • Mi 22. Februar
  • Do 23. März – 18.30 Uhr im Friedenskrug: Schwerpunkt WLE-Reaktivierung (nicht öffentlich)
  • Mi 26. April
  • Mi 31. Mai
  • Do 29. Juni

Die Örtlichkeiten sollten sich abwechseln, das wird kurzfristig bekannt gegeben, ebenso wie Terminverschiebungen aus aktuellen Anlässen.

Interessierte Zeitgenossinnen und -genossen sind wie immer herzlich eingeladen, an den Diskussionen teilzunehmen!



Stammtisch-Termine Herbst 2016 by osmunda
18. September 2016, 23:04
Filed under: Angelmodde, Bezirksgruppe Südost, Gremmendorf, Wolbeck

Nachdem nach der Sommerpause auch der Sommer selbst sich so langsam verabschiedet, geht es auch mit dem GAL-Südost-Stammtisch weiter:

  • Am Donnerstag 22. September um 20 Uhr treffen wir uns im Friedenskrug (Zum Erlenbusch 16). Hauptthema wird die geplante WLE-Reaktivierung sein, da in der letzten Zeit eine Bürgerinitiative lautstark und öffentlich Stimmung dagegen macht.
  • Weitere Termine: Donnerstag 3. November und Donnerstag 1. Dezember. Ort und Themen werden kurzfristig bekannt gegeben.

Interessierte Zeitgenossinnen und -genossen sind herzlich eingeladen, an den Diskussionen teilzunehmen!



Lindberghweg / Lütkenbecker Weg: Fahrradstraße jetzt! by osmunda

Lindberghweg und Lütkenbecker Weg als Fahrradstraße – das liegt irgendwie in der Luft! Nicht nur die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Südost, auch eine Initiative von Anwohnern des Lindberghwegs haben das beantragt. Und nun hat auch die Ortsgemeinschaft Lütkenbeck selbiges einstimmig beschlossen und bei der Stadt Münster eingereicht. Wir alle meinen, dass der jetzige Zustand (die Kanalbrücke Schillerstraße ist abgerissen und wird neu gebaut; der Kfz-Verkehr ist also an der Stelle unterbrochen) genutzt werden sollte, um die de-facto-Fahrradstraße dauerhaft in eine echte umzuwandeln.

Leider stößt der Volkswille bei der Verwaltung nicht auf ungeteilte Gegenliebe. Bisher wurden alle Anträge mit dem Argument, man müsse zunächst den Neubau der Kanalbrücke Schillerstraße abwarten, dann eine Verkehrszählung durchführen und anschließend beraten, was geschehen soll. Für solch ein Prozedere gehen locker zwei bis drei Jahre ins Land, und der Ausgang ist ungewiss.

Der Grund für dieses Verhalten liegt darin begründet, dass die Stadtverwaltung die neue Brücke und den Lütkenbecker Weg ebenso wie die Schillerstraße fest in ihr Verkehrskonzept für den Hafen und das Hansaviertel eingeplant hat, als Entlastung des Hansarings quasi. Das Hafenviertel wird in den kommenden Jahren massive Änderungen erfahren; Abriss der Osmo-Hallen, Neubauten und ein monströses Einkaufszentrum sind nur ein Teil davon. Damit die dadurch entstehenden bzw. zu erwartenden Verkehrsströme verkraftet werden können, ist die Theodor-Scheiwe-Straße als Bypass auserkoren worden. Dummerweise wurde die Privatstraße vor etlichen Monaten vom Eigentümer gesperrt. Aber man arbeitet da sicher an einer Lösung…

Auftakt zur Unterschriftensammlung am 22. Juli, Kundgebung auf dem Lindberghweg

Auftakt zur Unterschriftensammlung am 22. Juli, Kundgebung auf dem Lindberghweg

Vor diesem Hintergrund wollten Initiatoren des Bürgerantrags nicht ruhig bleiben und abwarten, sondern den Bürgerwillen lautstark bekräftigen. Zu diesem Zweck wurde Ende Juli eine Unterschriftensammlung initiiert, die bis Anfang September laufen soll. Höhepunkt wird ein Straßenfest auf dem Lindberghweg am Samstag den 3. September sein. Anschließend werden die gesammelten Unterschriften „feierlich“ der Stadt übergeben.

Hier der Text der Unterschriftenliste:

Sicher, schnell und umweltfreundlich zur Arbeit, zur Schule und zum Einkauf

Aktionsplan „Fahrradstraße Lindberghweg“ – Achse Münster-Hauptbahnhof – Gremmendorf

Im September 2015 haben Bürgerinnen und Bürger aus Lütkenbeck eine Anregung gem. § 24 Gemeindeordnung für das Land NRW an die Stadt Münster gerichtet. Es geht um die Umwidmung
des Lindberghweges in eine Fahrradstraße. Die Veränderung wird einen Beitrag dazu leisten, den
Fahrradverkehr zwischen Gremmendorf und Münster-Innenstadt deutlich sicherer zu machen.
Autoverkehr ist auf einer Fahrradstraße weiterhin erlaubt, allerdings haben Fahrräder auf einer
solchen Straße klar Vorrang. Die Einrichtung einer Fahrradstraße wird zu einer erheblichen
Attraktivitätssteigerung des umweltfreundlichen Fahrradverkehrs führen. Deshalb unterstützt auch
der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Münster (ADFC) dieses Vorhaben. Weiterhin stehen die
Ortsgemeinschaft Lütkenbeck sowie die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Südost zu unserem
Projekt. Die gesamte Bezirksvertretung Süd-Ost hat auch bereits zugestimmt!

Leider hat sich bisher die Verwaltung der Stadt Münster jedoch nicht eindeutig in dieser Sache
positioniert. Vielmehr soll erst die Fertigstellung der neuen Schillerstraßenbrücke abgewartet werden
und sich dann eine Verkehrszählung anschließen. Dies ist der falsche Weg, weil durch den Neubau
der Schillerstraßenbrücke bereits jetzt der Lindberghweg in der Hauptsache als Fahrradstraße
genutzt wird! Es ist jetzt die Zeit gekommen, aktiv zu werden und gemeinsam für eine Umwidmung
des Lindberghweges einzutreten.

Laden Sie hier die Unterschriftenliste Fahrradstraße herunter und sammeln Sie bis zum 3. September im Freundes- und Bekanntenkreis Unterstützung für unser Ansinnen, damit ein sinnvolles Anliegen endlich Gehör findet!



Kein Platz für Kiebitze in der Loddenheide by osmunda
1. Juni 2016, 23:53
Filed under: Gremmendorf, Naturschutz

Bis in die Neunziger Jahre hinein betrieben die britischen Streitkräfte drei Kasernen auf dem Gelände des heutigen Gewerbegebietes Loddenheide. Nach dem Abzug der Briten wurde das Gebiet gründlich nach Blindgängern durchkämmt und anschließend per Bebauungsplan zum Gewerbegebiet erklärt. Das war 1998.

Kiebitz mit Nachwuchs

Kiebitz mit Nachwuchs in der Loddenheide. Foto: T. Israel

Das Gebiet ist mit 88 Hektar allerdings so groß, dass es bis heute gedauert hat, bis so gut wie alle Flächen mit Gewerbenutzung u.a. belegt sind. Während dieses langen Zeitraums haben sich Flüchtlinge der speziellen Art die Brachflächen zunutze gemacht: Kiebitze finden in ihren angestammten Biotopen immer weniger Lebensraum: die intensive landwirtschaftliche Nutzung zerstört die feuchten Wiesen. Irgendwann haben sie entdeckt, dass die Loddenheide akzeptable Alternativen bietet: keine Landwirtschaft, wenige Raubtiere und Eierdiebe, kaum Störung der Brut.

Im Lauf der Jahre wuchs die Population auf ca. 40 Brutpaare (2013) an, obwohl die normale Distanz zwischen den Brutgelegen eigentlich deutlich weniger Nester erlauben würde. Demnach muss die Not in anderen Gebieten groß gewesen sein!

Gleichzeitig wurden immer mehr Flächen der geplanten Bestimmung zugeführt und bebaut. Seit 2014 geht die Zahl der Brutpaare entsprechend drastisch zurück. In diesem jahr (2016) wurden nur noch wenige Nester gefunden (unter 10). Es ist damit zu rechnen, dass auch die letzten Brutpaare bald aufgeben werden.

Wir können nur hoffen, dass es den Kiebitzen gelingt, in der näheren Umgebung passende Brutbiotope zu finden, so dass der Bestand einigermaßen erhalten bleibt. Die Stadt Münster ist in Gestalt des Grünflächenamtes als Untere Naturschutzbehörde aufgefordert, alles in ihrer Macht stehende zu tun, dieses Ziel zu erreichen. Nur zur Erinnerung: landesweit ist der Bestand an Kiebitzen in den letzten 10-15 Jahren um etwa 80 Prozent eingebrochen, und die Art ist gesetzlich streng geschützt!



Mehr Fahrradstraßen braucht die Stadt! by osmunda
10. März 2016, 21:48
Filed under: Bezirksvertretung Münster-Südost, Radwege, Straßenverkehr

Münster wächst – und damit wächst auch der Verkehr auf den Straßen. Mehr individueller Kfz-Verkehr kann aber nicht die Lösung sein; die Straßen sind eh schon voll, und verbreitern kann man sie auch nicht beliebig. Außerdem ist Autofahren zum Glück inzwischen für die junge Generation eher uncool (weil es vom Smartphone ablenkt?), so dass inzwischen nicht nur wir Grüne und der ADFC einen massiven Ausbau des Radwegenetzes fordern. Es geht dabei nicht unbedingt um neue Wegverbindungen, sondern eher um eine Anpassung der vorhandenen Radwege an das steigende Verkehrsaufkommen auf zwei Rädern. Es spricht einfach zu viel dafür, das Rad zu benutzen, um von A nach B zukommen: was für die Gesundheit tun, die Umwelt schonen, viel Sprit/Geld sparen – und letztlich ist man meist auch schneller, wenn man Staus weiträumig meiden kann.

Verkehrswende

Zeit für die Verkehrswende!

Wir als Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Südost haben daher aktuell beantragt, zwei Straßen im Südosten zu Fahrradstraßen umzuwidmen:

  • die Straßen Lindberghweg und Lütkenbecker Weg stellen die wichtigste Radverbindung zwischen Gremmendorf und den anderen Stadtteilen im Bezirk dar. Man könnte vom Heumannsweg an bis zum Hauptbahnhof / Bremer Platz abseits der großen Hauptverkehrsstraßen (Albersloher Weg und Wolbecker Straße) auf einer Fahrradstraße fahren, wenn dann noch die Schillerstraße zwischen Kanal und Hansaplatz einbezogen wird. Der Anfang der Schillerstraße war bekanntlich die erste Fahrradstraße Münsters.
  • der Brandhoveweg in Angelmodde vom Kreisverkehr / Twenhövenweg bis zum Sportzentrum ist eine von Schulkindern stark frequentierter Weg parallel zur Hauptstraße Am Angelkamp. Die Ausweisung als Fahrradstraße würde eine klarere Trennung der Verkehrsarten bringen und dadurch auch für mehr Sicherheit sorgen.

Das kann natürlich nur der Anfang sein. Wir denken über weitere Straßenzüge nach und sind offen für Vorschläge.

Klar ist, dass Fahrradstraßen nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Autoverkehr ist nach wie vor erlaubt, wenn auch nur bei max. Tempo 30. Die Zukunft wird zeigen, wie stark der Radverkehr zunimmt. Die Politik kann da nur unterstützend eingreifen und Rahmenbedingungen schaffen.

Die Bezirksvertretung hat übrigens beide Anträge einstimmig befürwortet!



Grüner Stammtisch im Südosten by osmunda
1. Januar 2016, 23:01
Filed under: Angelmodde, Bezirksgruppe Südost, Gremmendorf, Wolbeck

Seit einiger Zeit hat sich ein Grüner Stammtisch für Münsters Südosten etabliert: immer am Ende eines Monats, mittwochs oder donnerstags, findet er in einer gastronomischen Einrichtung in Angelmodde, Gremmendorf oder Wolbeck statt. Interessierte sind herzlich eingeladen, einmalig, mehrfach oder dauerhaft dazuzustoßen.

Ort und Zeit werden hier bekannt gegeben, ebenso die anstehenden Themen. Natürlich bleibt immer Raum für spontane Beiträge und Diskussionen.