Grüne Zeiten in Münster-Südost


Stammtisch-Termine Herbst 2016 by osmunda
18. September 2016, 23:04
Filed under: Angelmodde, Bezirksgruppe Südost, Gremmendorf, Wolbeck

Nachdem nach der Sommerpause auch der Sommer selbst sich so langsam verabschiedet, geht es auch mit dem GAL-Südost-Stammtisch weiter:

  • Am Donnerstag 22. September um 20 Uhr treffen wir uns im Friedenskrug (Zum Erlenbusch 16). Hauptthema wird die geplante WLE-Reaktivierung sein, da in der letzten Zeit eine Bürgerinitiative lautstark und öffentlich Stimmung dagegen macht.
  • Weitere Termine: Donnerstag 3. November und Donnerstag 1. Dezember. Ort und Themen werden kurzfristig bekannt gegeben.

Interessierte Zeitgenossinnen und -genossen sind herzlich eingeladen, an den Diskussionen teilzunehmen!

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Lindberghweg / Lütkenbecker Weg: Fahrradstraße jetzt! by osmunda

Lindberghweg und Lütkenbecker Weg als Fahrradstraße – das liegt irgendwie in der Luft! Nicht nur die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Südost, auch eine Initiative von Anwohnern des Lindberghwegs haben das beantragt. Und nun hat auch die Ortsgemeinschaft Lütkenbeck selbiges einstimmig beschlossen und bei der Stadt Münster eingereicht. Wir alle meinen, dass der jetzige Zustand (die Kanalbrücke Schillerstraße ist abgerissen und wird neu gebaut; der Kfz-Verkehr ist also an der Stelle unterbrochen) genutzt werden sollte, um die de-facto-Fahrradstraße dauerhaft in eine echte umzuwandeln.

Leider stößt der Volkswille bei der Verwaltung nicht auf ungeteilte Gegenliebe. Bisher wurden alle Anträge mit dem Argument, man müsse zunächst den Neubau der Kanalbrücke Schillerstraße abwarten, dann eine Verkehrszählung durchführen und anschließend beraten, was geschehen soll. Für solch ein Prozedere gehen locker zwei bis drei Jahre ins Land, und der Ausgang ist ungewiss.

Der Grund für dieses Verhalten liegt darin begründet, dass die Stadtverwaltung die neue Brücke und den Lütkenbecker Weg ebenso wie die Schillerstraße fest in ihr Verkehrskonzept für den Hafen und das Hansaviertel eingeplant hat, als Entlastung des Hansarings quasi. Das Hafenviertel wird in den kommenden Jahren massive Änderungen erfahren; Abriss der Osmo-Hallen, Neubauten und ein monströses Einkaufszentrum sind nur ein Teil davon. Damit die dadurch entstehenden bzw. zu erwartenden Verkehrsströme verkraftet werden können, ist die Theodor-Scheiwe-Straße als Bypass auserkoren worden. Dummerweise wurde die Privatstraße vor etlichen Monaten vom Eigentümer gesperrt. Aber man arbeitet da sicher an einer Lösung…

Auftakt zur Unterschriftensammlung am 22. Juli, Kundgebung auf dem Lindberghweg

Auftakt zur Unterschriftensammlung am 22. Juli, Kundgebung auf dem Lindberghweg

Vor diesem Hintergrund wollten Initiatoren des Bürgerantrags nicht ruhig bleiben und abwarten, sondern den Bürgerwillen lautstark bekräftigen. Zu diesem Zweck wurde Ende Juli eine Unterschriftensammlung initiiert, die bis Anfang September laufen soll. Höhepunkt wird ein Straßenfest auf dem Lindberghweg am Samstag den 3. September sein. Anschließend werden die gesammelten Unterschriften „feierlich“ der Stadt übergeben.

Hier der Text der Unterschriftenliste:

Sicher, schnell und umweltfreundlich zur Arbeit, zur Schule und zum Einkauf

Aktionsplan „Fahrradstraße Lindberghweg“ – Achse Münster-Hauptbahnhof – Gremmendorf

Im September 2015 haben Bürgerinnen und Bürger aus Lütkenbeck eine Anregung gem. § 24 Gemeindeordnung für das Land NRW an die Stadt Münster gerichtet. Es geht um die Umwidmung
des Lindberghweges in eine Fahrradstraße. Die Veränderung wird einen Beitrag dazu leisten, den
Fahrradverkehr zwischen Gremmendorf und Münster-Innenstadt deutlich sicherer zu machen.
Autoverkehr ist auf einer Fahrradstraße weiterhin erlaubt, allerdings haben Fahrräder auf einer
solchen Straße klar Vorrang. Die Einrichtung einer Fahrradstraße wird zu einer erheblichen
Attraktivitätssteigerung des umweltfreundlichen Fahrradverkehrs führen. Deshalb unterstützt auch
der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Münster (ADFC) dieses Vorhaben. Weiterhin stehen die
Ortsgemeinschaft Lütkenbeck sowie die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Südost zu unserem
Projekt. Die gesamte Bezirksvertretung Süd-Ost hat auch bereits zugestimmt!

Leider hat sich bisher die Verwaltung der Stadt Münster jedoch nicht eindeutig in dieser Sache
positioniert. Vielmehr soll erst die Fertigstellung der neuen Schillerstraßenbrücke abgewartet werden
und sich dann eine Verkehrszählung anschließen. Dies ist der falsche Weg, weil durch den Neubau
der Schillerstraßenbrücke bereits jetzt der Lindberghweg in der Hauptsache als Fahrradstraße
genutzt wird! Es ist jetzt die Zeit gekommen, aktiv zu werden und gemeinsam für eine Umwidmung
des Lindberghweges einzutreten.

Laden Sie hier die Unterschriftenliste Fahrradstraße herunter und sammeln Sie bis zum 3. September im Freundes- und Bekanntenkreis Unterstützung für unser Ansinnen, damit ein sinnvolles Anliegen endlich Gehör findet!



Kein Platz für Kiebitze in der Loddenheide by osmunda
1. Juni 2016, 23:53
Filed under: Gremmendorf, Naturschutz

Bis in die Neunziger Jahre hinein betrieben die britischen Streitkräfte drei Kasernen auf dem Gelände des heutigen Gewerbegebietes Loddenheide. Nach dem Abzug der Briten wurde das Gebiet gründlich nach Blindgängern durchkämmt und anschließend per Bebauungsplan zum Gewerbegebiet erklärt. Das war 1998.

Kiebitz mit Nachwuchs

Kiebitz mit Nachwuchs in der Loddenheide. Foto: T. Israel

Das Gebiet ist mit 88 Hektar allerdings so groß, dass es bis heute gedauert hat, bis so gut wie alle Flächen mit Gewerbenutzung u.a. belegt sind. Während dieses langen Zeitraums haben sich Flüchtlinge der speziellen Art die Brachflächen zunutze gemacht: Kiebitze finden in ihren angestammten Biotopen immer weniger Lebensraum: die intensive landwirtschaftliche Nutzung zerstört die feuchten Wiesen. Irgendwann haben sie entdeckt, dass die Loddenheide akzeptable Alternativen bietet: keine Landwirtschaft, wenige Raubtiere und Eierdiebe, kaum Störung der Brut.

Im Lauf der Jahre wuchs die Population auf ca. 40 Brutpaare (2013) an, obwohl die normale Distanz zwischen den Brutgelegen eigentlich deutlich weniger Nester erlauben würde. Demnach muss die Not in anderen Gebieten groß gewesen sein!

Gleichzeitig wurden immer mehr Flächen der geplanten Bestimmung zugeführt und bebaut. Seit 2014 geht die Zahl der Brutpaare entsprechend drastisch zurück. In diesem jahr (2016) wurden nur noch wenige Nester gefunden (unter 10). Es ist damit zu rechnen, dass auch die letzten Brutpaare bald aufgeben werden.

Wir können nur hoffen, dass es den Kiebitzen gelingt, in der näheren Umgebung passende Brutbiotope zu finden, so dass der Bestand einigermaßen erhalten bleibt. Die Stadt Münster ist in Gestalt des Grünflächenamtes als Untere Naturschutzbehörde aufgefordert, alles in ihrer Macht stehende zu tun, dieses Ziel zu erreichen. Nur zur Erinnerung: landesweit ist der Bestand an Kiebitzen in den letzten 10-15 Jahren um etwa 80 Prozent eingebrochen, und die Art ist gesetzlich streng geschützt!



Mehr Fahrradstraßen braucht die Stadt! by osmunda
10. März 2016, 21:48
Filed under: Bezirksvertretung Münster-Südost, Radwege, Straßenverkehr

Münster wächst – und damit wächst auch der Verkehr auf den Straßen. Mehr individueller Kfz-Verkehr kann aber nicht die Lösung sein; die Straßen sind eh schon voll, und verbreitern kann man sie auch nicht beliebig. Außerdem ist Autofahren zum Glück inzwischen für die junge Generation eher uncool (weil es vom Smartphone ablenkt?), so dass inzwischen nicht nur wir Grüne und der ADFC einen massiven Ausbau des Radwegenetzes fordern. Es geht dabei nicht unbedingt um neue Wegverbindungen, sondern eher um eine Anpassung der vorhandenen Radwege an das steigende Verkehrsaufkommen auf zwei Rädern. Es spricht einfach zu viel dafür, das Rad zu benutzen, um von A nach B zukommen: was für die Gesundheit tun, die Umwelt schonen, viel Sprit/Geld sparen – und letztlich ist man meist auch schneller, wenn man Staus weiträumig meiden kann.

Verkehrswende

Zeit für die Verkehrswende!

Wir als Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Südost haben daher aktuell beantragt, zwei Straßen im Südosten zu Fahrradstraßen umzuwidmen:

  • die Straßen Lindberghweg und Lütkenbecker Weg stellen die wichtigste Radverbindung zwischen Gremmendorf und den anderen Stadtteilen im Bezirk dar. Man könnte vom Heumannsweg an bis zum Hauptbahnhof / Bremer Platz abseits der großen Hauptverkehrsstraßen (Albersloher Weg und Wolbecker Straße) auf einer Fahrradstraße fahren, wenn dann noch die Schillerstraße zwischen Kanal und Hansaplatz einbezogen wird. Der Anfang der Schillerstraße war bekanntlich die erste Fahrradstraße Münsters.
  • der Brandhoveweg in Angelmodde vom Kreisverkehr / Twenhövenweg bis zum Sportzentrum ist eine von Schulkindern stark frequentierter Weg parallel zur Hauptstraße Am Angelkamp. Die Ausweisung als Fahrradstraße würde eine klarere Trennung der Verkehrsarten bringen und dadurch auch für mehr Sicherheit sorgen.

Das kann natürlich nur der Anfang sein. Wir denken über weitere Straßenzüge nach und sind offen für Vorschläge.

Klar ist, dass Fahrradstraßen nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Autoverkehr ist nach wie vor erlaubt, wenn auch nur bei max. Tempo 30. Die Zukunft wird zeigen, wie stark der Radverkehr zunimmt. Die Politik kann da nur unterstützend eingreifen und Rahmenbedingungen schaffen.

Die Bezirksvertretung hat übrigens beide Anträge einstimmig befürwortet!



Grüner Stammtisch im Südosten by osmunda
1. Januar 2016, 23:01
Filed under: Angelmodde, Bezirksgruppe Südost, Gremmendorf, Wolbeck

Seit einiger Zeit hat sich ein Grüner Stammtisch für Münsters Südosten etabliert: immer am Ende eines Monats, mittwochs oder donnerstags, findet er in einer gastronomischen Einrichtung in Angelmodde, Gremmendorf oder Wolbeck statt. Interessierte sind herzlich eingeladen, einmalig, mehrfach oder dauerhaft dazuzustoßen.

Ort und Zeit werden hier bekannt gegeben, ebenso die anstehenden Themen. Natürlich bleibt immer Raum für spontane Beiträge und Diskussionen.



Ideen für Wolbeck by osmunda
13. Mai 2014, 00:07
Filed under: Kommunalwahl 2014, Stadtplanung, Verkehrspolitik, Wolbeck

von Dirk Wimmer, Kandidat für Wolbeck

Dirk Wimmer, Direktkandidat für Wolbeck (Wahlkreis 21)

Liebe Wolbeckerinnen,
liebe Wolbecker,

ich wurde als Direktkandidat von Bündnis 90 / Die Grünen für den Rat und als Listenkandidat für die Bezirksvertretung Südost vom Bürgerforum Wolbeck zur Veranstaltung am 08.05.2013 in der Gaststätte Sültemeyer eingeladen.

Zur Vorbereitung wurden den Kandidaten im Vorfeld fünf Fragen gestellt, die während der Veranstaltung beantwortet werden sollten.

1. Provisorische Maßnahmen zur wirkungsvollen Verminderung des innerörtlichen Verkehrsaufkommens nach Fertigstellung der Umgehungsstraße.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, den innerörtlichen Verkehr durch provisorische Maßnahmen zu reduzieren. Dazu gehören leichte Umbaumaßnahmen, wie auch harte Methoden, die große Umbaumaßnahmen vor Ort bedeuten würden. Jedoch nur eine bloße Reduzierung des Durchgangsverkehrs wird an der Verkehrssituation in Wolbeck nicht viel ändern. Besonders die Aufenthaltsqualität im Ortskern wird nur gering verbessert, an der Situation von Fußgängern und Radfahrern ändert sich überhaupt nichts. Verbote durch Schilder haben schon in der Vergangenheit wenig Abhilfe geschafft. Die Ortsdurchfahrt ist auch heute schon für Kraftfahrzeuge über 3,5t gesperrt. Transporter und LKWs fahren aber weiter täglich durch den Ort. Den Ordnungskräften sind meist die Hände gebunden. Kraftfahrzeugfahrer werden den Ortskern auch weiterhin als Abkürzung wählen, da dieser Weg zur Gewohnheit geworden ist.

Wir Grünen Südost vertreten die Meinung, dass eine Verminderung des innerörtlichen Verkehrsaufkommens durch eine einfache, wie wirkungsvolle Maßnahme verwirklicht werden kann: durch ein versenkbares Poller-System in Höhe des Drostenhofes würde der Durchgangsverkehr auf einfache Weise verhindert werden. Dieses System wird in vielen Städten in Deutschland und dem benachbarten Ausland eingesetzt. Busse können durch automatisches Absenken der Poller ungehindert passieren.

Abbildung 1: Möglicher Ort für das automatische Poller-System

Abbildung 1: Möglicher Ort für das automatische Poller-System

Wir weisen darauf hin, dass Ladengeschäfte sowohl für den Lieferverkehr wie auch für absolut nötigen Kundenverkehr weiterhin mit dem PKW für jeden erreichbar wären. Patienten können auch weiterhin mit dem PKW bis vor die Arztpraxen gebracht werden. Dort könnten sie dann gefahrlos aussteigen.
Kein Geschäft hat bisher von dem reinen Durchgangsverkehr profitiert. Auch die bisherigen Kunden mussten entweder zu Fuß oder per Rad die Geschäfte erreichen. Kunden per Auto mussten mangels Parkraum auf die Parkplätze Sültemeyer oder Marktplatz ausweichen. Diese werden auch weiterhin erreichbar bleiben. Vorteil dieser Maßnahme: Geschäfte können in Ruhe und ohne Gefahr durch PKWs, LKWs und landwirtschaftliche Fahrzeuge zu Fuß oder mit dem Rad erreicht werden. Gastronomische Außenflächen wären möglich. Es könnten Kurzzeitparkplätze für PKWs ausgewiesen werden. Somit würde innerörtlich nur noch der absolut nötige Kraftverkehr stattfinden. Radverkehr würde gefördert, Fußgänger können gefahrlos spazieren gehen. Die Aufenthaltsqualität würde sich sofort erhöhen.
Ein automatisches Poller-System kann schnell und mit überschaubaren Kosten erstellt werden und steht zukünftigen Maßnahmen aus dem Entwicklungskonzept nicht im Weg.

Wir möchten noch einmal darauf hinweisen: Geschäftsleute haben einen großen Vorteil durch diese Maßnahme. Bisherige Kunden hatten es bisher sehr schwer, sicher und ohne Ängste Geschäfte zu erreichen. Ältere Mitbürger, Mütter mit Kinderwagen und/oder Kindern haben sogar die Münsterstraße aufgrund der Verkehrslage gemieden und nur in Ausnahmefällen benutzt. Das Einkaufsverhalten hat sich sogar dahin verändert, überhaupt nicht mehr im Ortskern einzukaufen. Ich habe mir selbst die Situation vor Ort angeschaut. Gerade in den Stoßzeiten war es regelrecht gefährlich, die Münsterstraße per Rad zu befahren oder die Bürgersteige zu benutzen.

Abbildung 2: Hier könnten weitere Kurzzeitparkplätze entstehen

Abbildung 2: Hier könnten weitere Kurzzeitparkplätze entstehen

Die neue Verkehrsführung muss gleichzeitig eine Lenkungswirkung haben, damit sich Park- und Suchverkehr nicht auf die umliegenden Wohnviertel verteilt und dort für unnötige Belastungen sorgt.

Ich weise darauf hin, dass Ladengeschäfte sowohl für den Lieferverkehr wie auch für absolut nötigen Kundenverkehr weiterhin mit dem PKW für jeden erreichbar wären. Patienten können auch weiterhin mit dem PKW bis vor die Arztpraxen gebracht werden. Dort könnten sie dann gefahrlos aussteigen.

Kein Geschäft hat bisher von dem reinen Durchgangsverkehr profitiert. Auch die bisherigen Kunden mussten entweder zu Fuß oder per Rad die Geschäfte erreichen. Kunden per Auto mussten mangels Parkraum auf die Parkplätze Sültemeyer oder Marktplatz ausweichen. Diese werden auch weiterhin erreichbar bleiben. Vorteil dieser Maßnahme: Geschäfte können in Ruhe und ohne Gefahr durch PKWs, LKWs und landwirtschaftliche Fahrzeuge zu Fuß oder mit dem Rad erreicht werden.

Gastronomische Außenflächen wären möglich. Es könnten Stellplätze für PKWs ausgewiesen werden. Somit würde innerörtlich nur noch der absolut nötige Kraftverkehr stattfinden. Radverkehr würde gefördert, Fußgänger können gefahrlos spazieren gehen. Die Aufenthaltsqualität würde sich sofort erhöhen.

Ein automatisches Poller-System kann schnell und mit überschaubaren Kosten erstellt werden und steht zukünftigen Maßnahmen aus dem Entwicklungskonzept nicht im Weg. Ich möchte noch einmal darauf hinweisen: Geschäftsleute haben einen großen Vorteil durch diese Maßnahme. Bisherige Kunden hatten es bisher sehr schwer, sicher und ohne Ängste Geschäfte zu erreichen. Ältere Mitbürger, Mütter mit Kinderwagen und/oder Kindern haben sogar die Münsterstraße aufgrund der Verkehrslage gemieden und nur in Ausnahmefällen benutzt. Das Einkaufsverhalten hat sich sogar dahin verändert, überhaupt nicht mehr im Ortskern einzukaufen. Ich habe mir selbst die Situation vor Ort angeschaut. Gerade in den Stoßzeiten war es regelrecht gefährlich, die Münsterstraße per Rad zu befahren oder die Bürgersteige zu benutzen.

Die neue Verkehrsführung muss gleichzeitig eine Lenkungswirkung haben, damit sich Park- und Suchverkehr nicht auf die umliegenden Wohnviertel verteilt und dort für unnötige Belastungen sorgt.

Stellen Sie sich nur einmal diese Situation vor: Sie fahren mit dem Rad vom Steintor kommend uneingeschränkt die Münsterstraße entlang, halten kurz vor dem Optiker an, treffen einen Bekannten vor dem Geschäft und können ein kurzes Schwätzchen halten, schieben ihr Rad weiter die Straße herunter, ein Nachbar hält sein Auto vor der Arztpraxis, steigt in Ruhe aus und hilft seiner Frau beim Aussteigen, Sie steuern ein Café an, möchten vielleicht einen Kaffee und ein Stück Kuchen vor dem Ladenlokal einnehmen, schauen sich vorher noch die Auslagen des Reisebüros oder die Ausstellungsstücke der Galerie an. Laufen vielleicht noch schnell zum Zeitschriftenladen rüber um eine Zeitung zu kaufen, ohne auf eine Lücke in der Pkw-Schlange zu warten oder Angst zu haben, von einem Pkw erwischt zu werden…“

Die großen Supermarktketten können auch weiterhin per Anbindung durch die Umgehungsstraße erreicht werden.

Kein innerörtlicher Durchgangsverkehr bedeutet auch eine Entlastung des Bereichs zwischen Steintor, Markt und Am Berler Kamp. Ein Kreisverkehr wäre an der Kreuzung Hiltruper Straße, Münsterstraße und Steintor nicht mehr nötig. Marktplatz und Hiltruper Straße könnten verkehrsberuhigte Zone werden. Auch hier könnte eine Aufwertung der bestehenden Außengastronomie der anliegenden Geschäfte erreicht werden. Der Wochenmarkt könnte erweitert werden da Raum für Markt und Kurzzeitparkplätze für Kunden vorhanden wären. Es könnte ein wirklicher, begrünter und attraktiver Ortskern entstehen. Zusammen mit der verkehrsberuhigten Münsterstraße könnte eine Einheit gebildet werden.

Abbildung 3: Hier könnte zukünftig eine verkehrsberuhigte Zone entstehen.

Abbildung 3: Hier könnte zukünftig eine verkehrsberuhigte Zone entstehen.

 

Wolbeck-Text4

 

 

Im gleichen Zug muss verhindert werden, dass eine kleine Umgehungsstraße über die Dirk-von-Merveldt-Straße entsteht. Dies könnte ebenfalls durch Absperrung oder durch Änderung der vorgeschriebenen Fahrtrichtungen erfolgen.

Wolbeck-Text5

Wir sind gegen die Nachverdichtung des jetzigen Parkplatzes Sültemeyer. Die Münsterstraße ist relativ eng, nur an dieser Stelle kommt Sonnenlicht in den Straßenzug. Die Fläche könnte begrünt werden. Davon würde die anliegende Gastronomie profitieren, eventuell könnte weitere Gastronomie entstehen.

Abbildung 4: Noch kommt Sonne in diesen Teil der Münsterstraße

Abbildung 4: Noch kommt Sonne in diesen Teil der Münsterstraße

Wir Grünen sind gegen den Ausbau der Eschstraße. Schon seit der Anfangszeit haben wir eine enge Bindung an der bestehenden Bürgerinitiative „Rettet den Esch“ und unterstützen diese. Die Anbindung der Eschstraße ist aus unserer Sicht nicht nötig. Eine Anbindung des Wolbecker Nordens über den Kreisverkehr Münsterstraße / Alter Postweg ist vollkommen auseichend. Für die Gewerbetreibenden käme sogar eine direkte Anbindung des Gewerbegebietes Nord an die Umgehungsstraße in Frage. Damit Kunden einen direkten Zugang haben, Lieferverkehr nicht erst auf die Münsterstraße muss. Auch die Supermärkte der Münsterstraße sind so zu erreichen. Den Bewohnern der von der Eschstraße nordwestlich gelegenen Wohngebiete würde eine unverhältnismäßige Verschlechterung der Lebensqualität zugemutet. Schleich- und Abkürzungsverkehr durchs Wohngebiet sind wahrscheinlich.

Wir denken, der Ausbau der Eschstraße steht im Gegensatz zur Idee und zum Bau der Umgehungsstraße. Diese wurde gebaut, um den innerörtlichen Verkehr zu verhindern, nicht um den Verkehr innerörtlich von der Münsterstraße auf die Eschstraße zu verlagern. Nicht nur der Verkehr auf der Eschstraße würde ansteigen, auch der Verkehr des Borggartens. Verkehr aus Telgte und Everswinkel/Alverskirchen Richtung Hiltrup und Gremmendorf würde statt über die Everswinkler Straße sogar in den Ort hinein verlagert. Nordwestliche Wohngebiete und gerade die neuen Wohngebiete nördlich des Borggartens werden von der restlichen Gemeinde abgetrennt. Die Gefahren für Kinder erhöhen sich erheblich. Schulwege werden unkalkulierbar.

Wir sollten doch aus den Fehlern unseres Ortskernes lernen und diese nicht an der Eschstraße und der Straße Am Borggarten wiederholen.

2. Wirtschaftliche Förderung eines lebendigen, revitalisierten Wolbecker Ortskern.

Der Ortskern muss im ersten Schritt vom Durchgangsverkehr befreit werden. Nur so wird die Attraktivität maßgeblich gesteigert. In einem weiteren Schritt muss begonnen werden, den Straßenzug auch optisch zu verschönern. Wir regen hierbei an, die gesamte Fahrbahn ebenerdig zu gestalten, auf Bordsteine zu verzichten. Die Pflasterung könnte aus Naturstein bestehen. Anpflanzungen von Bäumen mit dazugehörigen Baumscheiben lockern das momentane, triste Straßenbild auf. Erst wenn sich die Menschen beim Durchqueren des Straßenzuges wohl fühlen, werden sie sich auch die Zeit nehmen, sich auf Geschäfte zu konzentrieren oder die ansässige Gastronomie zu nutzen.

Durch die Aussperrung des Durchgangsverkehrs haben die Kunden die Chance, Geschäfte und Gastronomie zu Fuß oder per Rad zu erreichen. Kunden werden nicht mehr durch die ungünstigen Verkehrsbedingungen abgeschreckt, haben Ruhe und Zeit, die Geschäfte anzusteuern. Ein wichtiger Faktor ist auch der Lärm. Kein Mensch möchte Geschäfte erledigen, wenn er ständig auf dem Weg von Geschäft zu Geschäft diesem Lärmpegel, wie es ihn auf der Münsterstraße jetzt gibt, ausgesetzt ist.

3. Marketing-Maßnahmen zur Präsentation des Wolbecker Geschäfts- und Dienstleistungspotentials.

Gute Ansätze von Marketing-Maßnahmen durch den Gewerbeverein Wolbeck gibt es bereits. Durch seine eigene Zeitung „Mein Wolbeck“ werden potenzielle Kunden angesprochen.

Es sollte überlegt werden, eine regelmäßige Stadtteilzeitung für Wolbeck heraus zu geben, die nicht nur von den örtlichen Gewerbetreibenden, sondern auch von Sport- und anderen Vereine betrieben wird. Es könnten Rubriken für lokale Nachrichten und örtliche Kleinanzeigen, sowie außerdem amtliche Bekanntmachungen für die Bürger*innen enthalten sein. Eventuell könnten den örtlichen Schulen Seiten für die eigene Gestaltung zur Verfügung gestellt werden. Somit könnten alle Beteiligte Synergien nutzen, statt eigene Publikationen herauszugeben. Eine weitere Möglichkeit wäre die Ausweitung der Gewerbeschau, dies ist aber zentrale Aufgabe des Wolbecker Gewerbevereins.

Im Netz sind etliche Internetauftritte der verschiedenen Vereine und Institutionen vertreten. Auch hier regen wir einen einheitlichen Internetauftritt von Gemeinde, Bürgern, Stadtteilverwaltung und Geschäfts- und Dienstleistungsgewerbe unter einer Adresse an.

Es könnte überlegt werden, erfahrene Werbe- und Marketingexperten für eine weitere  Ausarbeitung einer langfristigen Marketing-Strategie heranzuziehen. Schon am Zubringer zur Umgehungsstraße könnten entsprechende Werbeschilder lokale Gewerbebetriebe und Dienstleister anpreisen und potenzielle Kunden in den Ort lotsen. Ebenfalls könnten an markanten Punkten Stadtteilkarten aufgestellt werden, auf der die Standorte der Geschäfte, Firmen, Arztpraxen, Kinderspielplätze, Sportstätten und Gastronomie verzeichnet sind.

Betonung der Stärken, Verbesserung der Schwächen.

4. Nutzung des Lancier-Geländes, ggf. auch im Hinblick auf altersgerechte Wohnungen.

Bei der Bebauung des ehemaligen Lancier-Geländes sollte möglichst auf gemischte Bebauung, Wohnen für Jedermann und Mehrgenerationenbebauung wert gelegt werden. Integrierte Wohnmöglichkeiten für Menschen mit geringem Einkommen, Familien und Mittelstand sollten entstehen. Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche dürfen nicht fehlen. Dazu könnten ein Spiel-, Bolz- und Speckbrettplatz entstehen.

Wir würden ein verkehrsberuhigtes Wohngebiet nach dem Shared-Space-Prinzip bevorzugen. Ein völlig neues Baugebiet könnte eine Vorreiterrolle beim ökologischen Bauen spielen. Niedrigenergiehäuser, besser: Passivhäuser, die ihre Energie aus Photovoltaik und Solar beziehen. Auch die Versorgung des Wohngebietes mit Heizenergie von einem Blockheizkraftwerk der Stadtwerke könnten wir uns vorstellen.

In jedem Fall ist es uns wichtig, dass Bürger*innen in die Planungen mit einbezogen werden.

5. Begrüßung und Integration von Neubürgern.

Mit der Begrüßungsmappe für Neubürger wurde bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung getan.

Jedoch sind nicht nur neu hinzugezogene Menschen Neubürger, auch Flüchtlinge sind für einen Zeitraum Neubürger. Durch das provisorische Flüchtlingsheim und später durch den Neubau des Flüchtlingsheims „Am Borggarten“ wird Wolbeck auch temporäre neue Bürger bekommen. Die Begrüßungsmappe sollte so erweitert werden, dass sie an die Bedürfnisse der Flüchtlinge angepasst wird, dies kann dadurch erreicht werden, dass man sie auch in anderen Sprachen anbietet. Somit bekommen die Flüchtlinge direkt einen Bezug zu Wolbeck und fühlen sich hier willkommen geheißen. Integration statt  Ausgrenzung.

6. Weitere Themen:

Angelseitenweg:

Wir Grüne lehnen einen Angelseitenweg vom Friedhof bis Angelmodde grundlegend ab. Die Ufer der Angel sind ein besonders schützenwertes Biotop. Sie gelten als  gesetzlich geschütztes Biotop, sind auch als gesetzliches Überschwemmungsgebiet  ausgewiesen. Zwischen Angelmodde im Westen und  Wolbeck im Osten befindet sich ein naturnaher und strukturreicher Abschnitt der Angel mit weiten Mäanderbögen, Steilufern und beidseitig  begleitendem Ufergehölz. In dem Bereich wurde im September 2006 der Eisvogel beobachtet. Dies darf nicht durch Bauarbeiten und Verdichtung durch einen Rad- und Wanderweg zerstört werden. Bereits durch den Bau der Umgehungsstraße wurde in dieses wertvolle Biotop zerstörerisch eingegriffen. Weitere Zerstörung wird von uns nicht toleriert. Beim Erhalt der Eschstraße im jetzigen Zustand ist ein Angelseitenweg nicht nötig. Selbst nach einem Ausbau sollte ein Rad- und Wanderweg, von der Fahrbahn durch einen Sickergraben oder eine Grünfläche getrennt, parallel zur Eschstraße favorisiert werden.

Nutzung des Drostenhofes:

Wir Grüne regen an, den leerstehenden Drostenhof wieder einer Nutzung zuzuführen. Es ist sehr bedauerlich, dass dieses ortsbildprägende Gebäude nach dem Auszug des Westpreußischen Landesmuseums leer steht.

Wir könnten uns vorstellen, die Räumlichkeiten für Galerien, Ateliers oder andere kunstschaffende Menschen zu öffnen. Oder vielleicht ein „Schloss Café“ im unteren Teil mit Außengastronomie. Dies könnte so auch den Tourismus fördern. Uns erscheint es wichtig, das seit 1545 bestehende Gebäude zu erhalten.



Unsere Liste für die neue Bezirksvertretung Münster-Südost by osmunda

Am 25. Mai 2014 wird nicht nur der Rat der Stadt Münster neu gewählt – auch die Bezirksvertretungen stehen zur Wahl. Für die Bezirksvertretung (BV) Münster-Südost (Angelmodde, Gremmendorf und Wolbeck) kandidieren insgesamt 12 Personen. Gewählt werden je nach Wahlergebnis die Kandidat/inn/en auf den oberen Plätzen:

  1. Christine Schulz (Direktkandidatin für Angelmodde)
  2. Reiner Borchert (Direktkandidat für Gremmendorf)
  3. Anja Tepe
  4. Dirk Wimmer (Direktkandidat für Wolbeck)
  5. Lambert Wessels
  6. Ralph Buzug

Ihre Kandidat*innen für die Bezirksvertretung: Christine Schulz, Dirk Wimmer, Anja Tepe, Reiner Borchert (v.l.n.r.)

Neben den „normalen“ Angelegenheiten der Bezirksvertretung wie Spielplatzsanierungen, Grünflächenpflegen und Bauunterhaltungen gab es einige besondere Themen in der letzten Wahlperiode. Unter anderem konnten wir dazu beitragen, dass auf dem Albersloher Weg Tempo 50 eingeführt wurde, was zu einer erheblichen Erhöhung der Verkehrssicherheit geführt hat.

Was wir im Bezirk Münster-Südost vorhaben:

  • Wir wollen die Radwegeverbindungen zwischen den Stadtteilen und der Innenstadt ausbauen und optimieren. Eine Maßnahme dazu haben wir bereits beantragt: Eine neue Unterführung unter der Umgehungsbahn soll zwischen Heeremansweg und Biederlackweg fernab der Hauptstraße eine sichere und komfortable Radverbindung durch die Loddenheide in die Innenstadt schaffen.
  • Bei der Nutzung der ehemaligen York-Kaserne soll ein Schwerpunkt auf der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und der Möglichkeiten alternativer Wohnformen wie auch teilweiser Autofreiheit gelegt werden. Das neue Stadtteilzentrum muss auf jeden Fall ein Begegnungs- und Jugendzentrum enthalten.
  • Handlungsbedarf gibt es nach wie vor zur Verbesserung der unbefriedigenden Einzelhandelssituation in Angelmodde-Dorf und am Clemens-August-Platz. Hier setzen wir uns dafür ein, eine fußläufige Grundversorgung sicherzustellen.
  • Wir wollen keinen Durchgangsverkehr durch den Wolbecker Ortskern, stattdessen soll es eine Förderung des Fuß- und Radverkehrs geben. Der Ortskern soll attraktiver gestaltet und begrünt werden: das stärkt Gewerbe und Gastronomie und führt zu mehr Aufenthaltsqualität für alle.
  • Wir lehnen nach wie vor die Anbindung der Eschstraße an die Umgehungsstraße ab.
  • Wir unterstützen die Reaktivierung der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV-Angebot.